| Originaltitel | Taken |
| Land und Jahr | Frankreich 2008 |
| Kino-Start | 19.02.2009 |
| Genre | Action, Thriller |
| FSK | 18 |
| DVD-Start | 21.08.2009 |
| Regie | Pierre Morel |
| Länge | 96 Min. |
© 20th Century Fox
Kritiken
Liam Neeson ist ohne Zweifel ein Publikumsliebling. Ob in Romanzen oder Actionknüllern wie "Batman Begins", sein Auftreten verströmt stets eine angenehme Ruhe und Vertrautheit. Wenn es aber drauf ankommt, so kann er auch Kampfkraft und Entschlossenheit glaubhaft darstellen. Um seine Fähigkeiten wusste auch Produzent Luc Besson und engagierte den Iren für seinen blutigen Rachethriller "96 Hours". Die Action lässt zunächst auf sich warten, was sich allerdings nicht als Nachteil herausstellt. Hier lässt sich bereits die erste Anspielung auf einige Hollywoodproduktionen festmachen, die oft erfolglos versuchen, mehr Charaktertiefe in maßlos schlechte B-Actionfilme zu bringen. Gut die erste halbe Stunde wird also dazu verwendet, den Protagonisten als friedliebenden, überfürsorglichen Vater zu zeigen. Seine Fähigkeiten als ehemaliger Topagent sind für den Zuschauer natürlich trotzdem erkennbar und lassen dem geübten Auge auf den Verlauf der Handlung hoffen. Dann geht es aber richtig los. Regisseur Pierre Morel inszeniert ab der Entführung der Tochter des Protagonisten, einen gnadenlosen, blutigen und spannenden Rachethriller, der bis an sein bitteres Ende konsequent bleibt. Er verzichtet auf die politischer Korrektheit, er pfeift auf klischeehafte Darstellungen touristischer Hochburgen wie Paris. Der Grund mag in der an den Haaren herbei gezogenen Geschichte liegen. Aber Liam Neeson lässt alle Zweifel an seiner eigenen Glaubwürdigkeit und der des Films mit seiner schlagkräftigen Entschlossenheit verstummen. Und das mit 57 Jahren. Es ist spannend zu sehen, wie Produzent Besson und Regisseur Morel Hollywood und seine unzähligen B-Movies mit den eigenen Waffen an der Nase herumführen. "96 Hours" ist nicht mehr, als ein simpler Rache-Actioner. Es macht aber deutlich mehr Spaß, einem Liam Neeson auf seinem blutigen Weg durch Paris zu beobachten, als einen abgehalfterten Wesley Snipes, der am Ende mit Pathos die Herzen der Fans erobern will und dabei kläglich scheitert. Dieses Schicksal ereilt "96 Hours" nicht, im Gegenteil. Der Film überzeugt mit seinem Hauptdarsteller, den Actionszenen bis hin zu dem kompromisslosen Ende - und das wohlgemerkt ohne peinlichem Pathos.
Andrea Niederfriniger/Filmreporter.de