| Originaltitel | Hjem til jul |
| Land und Jahr | Norwegen 2010 |
| Kino-Start | 02.12.2010 |
| Genre | Drama |
| FSK | |
| DVD-Start | |
| Regie | Bent Hamer |
| Länge | 79 Min. |
© Pandora Film
Inhalt
Die Szene am Anfang von "Home for Christmas" scheint auf den ersten Blick nicht zu passen. Das gilt vor allem topografisch. Sie spielt irgendwo im Osten Europas, während die übrigen Geschichten, die Bent Hamer in seinem einfühlsamen Weihnachtsfilm erzählt, in Skandinavien angesiedelt sind. Allenfalls zeitlich nimmt dieser Prolog auf den Hauptteil Bezug. Es ist Weihnachtszeit und in der Familie, die wir beobachten, herrscht Not. Die Kinder sitzen vor einem Fernsehen und betrachten eine Weihnachtssendung. Das Gesehene weckt Sehnsüchte und so begibt sich der Junge aus dem Haus auf die Suche nach einem Weihnachtsbaum. Auf einem molochartigen Fabrikgelände - ein geradezu surrealistisches Bild - wird er fündig. Bevor er den Baum an sich nehmen kann, wird er von seiner ihn verzweifelt suchenden Mutter von dem trostlosen Gelände weggezerrt. Ihre Sorge ist begründet, denn der Junge befindet sich im Visier eines Schützen, der ihn offenbar erschießen will. Er setzt den Finger bereits zum Abdrücken an. Statt des Schusses erfolgt ein Schnitt - und der Zuschauer findet sich in Norwegen wieder. Auch auf der semantischen Ebene fügt sich der Prolog an die restlichen Episoden. Es ist eine Weihnachtsgeschichte, eine Weihnachtserfahrung, wie sie sich auf der Welt millionenfach ereignet. Sie hat mit dem idealisierten Weihnachtskonzept nicht viel tun hat. Sie erzählt vom Mangel und nicht vom Beschenktwerden, von Verlust und der Einsamkeit und nicht von Harmonie. Diese Erkenntnis zeigt Hamer auch anhand der anderen Weihnachtsepisoden. Etwa anhand des Arztes, der mit seiner Frau ein Kind haben will, und doch nicht einmal am Heiligabend Zeit für sie findet. Oder anhand des Vaters, der den neuen Geliebten seiner Ex-Frau bewusstlos schlägt, um an seiner statt als Nikolaus verkleidet seine Kinder zu beschenken. Dann gibt es das nicht weniger brüchigen Verhältnis zwischen einer Frau und einem verheirateten Mann, der ihr den gleichen Schal zu Weihnachten schenkt, wie seiner Ehefrau. Oder die Geschichte einer anderen Frau, die das Fest in einem Wohnwagen mit einem fremden verwahrlosten Mann verbringt, in dem sie ihre alte Jugendliebe erkennt. Während eine Muslimin religionsbedingt Weihnachten nicht feiert, gesteht ihr ein Klassenkamerad, dass bei ihnen zu Hause Heiligabend ein Abend wie jeder andere ist. Schließlich illustriert Hamer die Weihnachtserfahrung einer Albanerin, die fernab eines norwegischen Dorfes in den Wehen liegt, während sich ihr Mann verzweifelt auf die Suche nach Hilfe macht.