| Originaltitel | Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street |
| Land und Jahr | USA 2007 |
| Kino-Start | 21.02.2008 |
| Genre | Musical, Thriller |
| FSK | 16 |
| DVD-Start | 18.07.2008 |
| Regie | Tim Burton |
| Länge | 116 Min. |
© Warner Bros.
Kritiken
Auf den ersten Blick erinnert "Sweeney Todd" an eine Fusion früherer Tim-Burton-Filme. Diverse Ähnlichkeiten sind mit "Edward mit den Scherenhänden", "Sleepy Hollow" und "Charlie und die Schokoladenfabrik" zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung bemerkt man jedoch die Einzigartigkeit dieses Werks. Es entstand aus einer Zusammenarbeit mit dem Komponisten Stephen Sondheim, der Burton mit seinem gleichnamigen Erfolgsmusical die Vorlage für die filmische Adaption wie auch den Score lieferte. Stilistisch unverkennbar ist der Film ein Werk Burtons. Das London des 19. Jahrhunderts, die Kostüme und das Make-Up der Darsteller sind weitere Bereiche, die an vergangene Projekte des Regisseurs erinnern. Knallrotes Blut spritzt in Massen, doch auch das wird nicht zu viel, sondern unterstützt den ungewöhnlichen Stil des Films. Burton erschafft erneut eine überaus düstere Atmosphäre, in der seine skurrilen Figuren agieren. Nur zweimal wird diese Stimmung durchbrochen - und auch in diesem Fall erkennt man die Handschrift Burtons. Für ein Flashback und einen Traum darf der Zuschauer kurzzeitig der finsteren Umgebung Londons entfliehen und in eine kunterbunte Welt voller Frohsinn und Heiterkeit eintauchen, bevor es in Sweeney Todds bedrückende Welt zurückgeht. Die Musik kann eben diese Atmosphäre nicht vertreiben, sondern verstärkt sie noch. "Sweeney Todd" ist ein Musicalthriller, in welchem meist gesungen wird. Johnny Depp ist das erste Mal in einer derart musikalischen Rolle zu sehen. Er ist im gesanglichen Bereich kein Profi, erfüllt seine Aufgabe mit angenehmer Bariton-Stimme dennoch mit Bravour. Das gilt auch für Helena Bonham Carter. Beide Hauptdarsteller vermögen mit Gesang und Mimik die Stimmung des jeweiligen Charakters zu transportieren. Eine weitere Besetzung sticht hervor, die lediglich in einer kleinen Nebenrolle zu sehen ist. Sacha Baron Cohen überzeugt mit seiner Verkörperung des bizarren Signor Adolfo Pirelli. Dieser ist eigentlich der einzige, der etwas von der Komik in das Musical bringt, die man bei den meisten Werken Burtons gewohnt ist. Sein Horror-Musical besticht in vielerlei Hinsicht und profitiert von den überragenden Darstellern, der atmosphärischen Kulisse und der exzellenten Regie.
Indra Fehse/Filmreporter.de