Up in the Air
Originaltitel Up in the Air
Land und Jahr USA 2009
Kino-Start 04.02.2010
Genre Komödie, Drama
FSK
DVD-Start 04.06.2010
Regie Jason Reitman
Länge 110 Min.

Kritiken

Regisseur Jason Reitman hat mit "Thank You for Smoking" und "Juno" bewiesen, dass er ein Händchen für besondere Filme hat. So ist auch "Up in the Air" ein seltenes Stück einer beschwingten, gleichzeitig aber bissigen, ironischen und tragikomischen Geschichte. Dass der Film gleich mehrere Genres in sich vereint, und dies funktioniert, verdankt der Regisseur seinen Hauptdarstellern. Sowohl George Clooney als auch Vera Farmiga sowie Anna Kendrick schaffen es, ihren Figuren mehrere Facetten zu verleihen. Sie vermeiden allzu offensichtliche Sentimentalitäten und Klischees. Clooney wurde die Rolle auf den Leib geschrieben. Seine Palette reicht vom charmanten und überzeugten Junggesellen, über den arroganten, zielstrebigen Geschäftsmann bis hin zum ungeliebten Bruder seiner entfremdeten Familie. Dass er dabei ein wahres Gefühlskarussell erlebt und dies dem Publikum hautnah, nachvollziehbar und glaubhaft miterleben lässt, ist seinem feinfühligen Schauspiel zu verdanken. "Up in the Air" widmet sich auch dem Thema der Wirtschaftskrise. Es ist alles andere als heiter, Menschen zuzusehen, wie sie in Zeiten von Firmenschließungen und Bankenbankrotts entlassen werden - und darin auch noch einen Sinn finden sollen. Aber auch diesem Thema nähert sich der Regisseur auf eine ganz besonders, intelligente und unsentimentale Weise - trotz der zum großen Teil realistischen Reaktionen auf die Kündigungen. Das Filmteam suchte auf den Straßen von St. Louis und Detroit bewusst nach Menschen, die vor kurzem ein ähnliches Schicksal erlitten hatten. Fazit: "Up in the Air" lebt von intelligenten den Dialogen und dem sensibel agierenden Schauspieltrio. Das ist eine Wohltat in Zeiten von Wirtschaftskrisen und flachen Komödien, wie es sie heute leider viel zu oft gibt.

Andrea Niederfriniger/Filmreporter.de