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Filmkritik - Prometheus
© 20th Century Fox
Alien revisited
Mit „Prometheus“ greift Regie-Star Ridley Scott 33 Jahre später seinen eigenen Klassiker „Alien“ wieder auf. Noomi Rapace und Michael Fassbender glänzen in einem bildgewaltigen Epos.
Das späte 21. Jahrhundert: Im Auftrag eines großen Konzerns reist das Raumschiff „Prometheus“ zu einem entlegenen Planeten, wo man den Ursprung der Menschheit vermutet. An Bord befinden sich u . a. die Wissenschaftlerin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace), die Leiterin des Unternehmens, Meredith Vickers (Charlize Theron) und auch der Android David (Michael Fassbender). Und nach einer zweijährigen Reise, die die Crew im Tiefschlaf verbracht hat, scheint die Suche tatsächlich auch von Erfolg gekrönt. Dann aber entdeckt Shaw eine Spezies, die nicht nur den Ursprung, sondern auch das Ende der Menschheit bedeuten könnte...
Reboot, Prequel oder was?
© 2012-Twentieth-Century-Fox
33 Jahre nach seinem Kult-Klassiker „Alien“ ist Regisseur Ridley Scott zurückgekehrt zu dem Genre, das er einst begründet hat, den SciFi-Horror. Ob „Prometheus“ nun ein Reboot ist, ein Prequel oder ein völlig eigenständiges Werk, diese Frage dürfte Scott selbst weit weniger um getrieben haben als die Heerscharen von Filmkritikern, die sich nun an einer Einordnung in den Kanon des großen Regisseurs versuchen.
Außer Frage steht, dass es deutliche Ähnlichkeiten gibt, die durchaus eher für ein Reboot sprechen. Da wäre vor allem die starke Frau im Science Fiction, die Scott mit der Figur der Ripley (Sigourney Weaver) einst dem Kino schenkte, und die hier nicht weniger eindrucksvoll von Noomi Rapace („Verblendung“) als Wissenschaftlerin Elizabeth Shaw verkörpert wird. Rapace hat es in noch kürzerer Zeit als der ebenfalls glänzende Michael Fassbender in Hollywood ganz nach oben gebracht.
Bildersturm und krude Esoterik
Aber auch sonst hat Scott offensichtlich keine Probleme, sich selbst zu zitieren. Warum sollte er auch?! Schließlich scheint es durchaus legitim, den eigenen Klassiker drei Jahrzehnte später den veränderten Sehgewohnheiten anzupassen. Eine Anpassung, die ihm höchst eindrucksvoll gelingt. Denn „Prometheus“ ist ein wahrer Monolith, wenn es um die visuelle Kraft der Bilder geht. Geradezu einen düsteren, bedrohlichen Bildersturm entfacht Scott, der auch nicht mit den obligatorischen Horror- und Schockeffekten geizt.
Geradezu sogartig ziehen das Design des Raumschiffes und der Look der fremden Welten den Zuschauer in ihren Bann. Was man von der Story per se allerdings nicht zwingend behaupten kann. Denn trotz aller Bildgewalt - die schockierende Intensität von „Alien“, die erreicht „Prometheus“ nicht. Was wohl auch daran liegt, dass sich der Film inhaltlich zu sehr in kruder Esoterik verliert.
Auch ein Ridley Scott schüttelt Klassiker nun mal nicht aus dem Handgelenk. Dem visuellen Genuss von „Prometheus“ tut das aber in keiner Weise Abbruch.
Andreas Kötter