Filmkritik The Cabin in the Woods

the-cabin-in-the-woods-06-Universum.jpg

Horror ist in der kleinsten Hütte


„Cabin in the Woods“ ist nur auf den ersten Blick der typische Backwoods-Teen-Slasher. Dahinter aber verbirgt sich eine gekonnte Dekonstruktion des überstrapazierten Genres bei der Genre-Fans dennoch (oder gerade deshalb) auf ihre Kosten kommen


Die fünf Freunde Curt (Chris Hemsworth), Diana (Kristen Connolly), Holden (Jesse Williams), Jules (Anna Hutchinson) und Marty (Fran Kranz) wollen ein entspanntes Wochenende in der abgelegenen Waldhütte von Curts Cousin verbringen.

Als ihnen während eines Tankstopps der zwielichtige Tankwart eine mysteriöse Warnung mit auf den Weg gibt, schlagen sie diese noch in den Wind. Schon bald aber entdecken die Freunde in der Hütte eine Kellerluke, die besser geschlossen geblieben wäre...

„Big Brother“ is watching

the-cabin-in-the-woods-14-Universum.jpg


Klingt wie der übliche Backwoods-Teen-/Twen-Slasher? Stimmt. Aber genau das ist auch das Geniale an „Cabin in the Woods“. Denn wie die unscheinbare Hütte im Wald hat auch dieser Film eine zweite Ebene, oder wenn man so will, einen doppelten Boden.

Regisseur und Autor Drew Goddard (u. a. „Lost“) und sein Co-Autor und Produzent Joss Whedon (u. a. „Marvel`s The Avengers“), die gemeinsam schon mit „Buffy – Im Bann der Dämonen“ höchst erfolgreich waren und Humor und Hintersinn bewiesen hatten, stellen das vermeintlich längst ausgelutschte Schlitzer-Genre gehörig auf den Kopf.

Denn parallel zum Geschehen in der Hütte gibt es einen zweiten Handlungsstrang: Rasch erfährt der Zuschauer, dass zwei Wissenschaftler (Richard Jenkins und Brad Whitford) in einer Hightech-Kommando-Zentrale jeden Schritt der fünf Freunde verfolgen bzw. auch manipulieren, so dass man nicht umhin kann, auch schon mal an „Truman Show“ oder natürlich an „Big Brother“ zu denken.

Verbeugung vor klassischem Slasher-Horror

the-cabin-in-the-woods-13-Universum.jpg


Was Goddard und Whedon hier also leisten ist nichts weniger als eine hoch intelligente Dekonstruktion des bekannten Genres. Das allerdings, ohne dieses Genre zu belächeln oder gar beschädigen zu wollen. Im Gegenteil: Immer wieder streut man geschickt Zitate in den Handlungsfluss ein, die mal an Sam Raimis „Tanz der Teufel“, mal an „Freitag, der 13.“ erinnern, und sich damit vor klassischem Slasher-Horror verbeugen.

Eine Vorgehensweise, die wiederum an Wes Cravens „Scream“ erinnert, das vor einigen Jahren ebenfalls mit den Versatzstücken des Genres spielte und diese dann neu und damit ganz anders wieder zusammenfügte. Und auch der schräge Humor, den die Macher bei „Buffy – Im Bann der Dämonen“ über viele Staffeln erprobt haben, fehlt hier nicht. Horror-Fans, die jetzt aber befürchten, dass „Cabin in the Woods“ nur Lightwight-Slasher-Kost bietet, die können sich ganz be(un-)ruhigt in ihre Kinosessel kauern. Denn soweit sollte die Dekonstruktion dann wohl doch nicht gehen, dass das Blut nicht reichlich fließen und die Gedärme nicht doch eindrucksvoll zur Schau gestellt würden.

Andreas Kötter
 

Hier gibt's den Trailer zum Film:

Hier kannst du dir einen coolen Clip zum Film ansehen: