Action wie alten Zeiten: Stallone, Schwarzenegger und Statham lassens krachen, als wäre Rocky erst gestern gew…
Filmkritik - The Expendables
© 20th Century Fox
Das letzte Hurra der Rentner-Gang
Mit „The Expendables“ verhilft der Regisseur Sylvester Stallone dem Schauspieler Stallone noch einmal zu einem Action-Spektakel der guten alten „Rambo“-Schule.
Barney Ross (Sylvester Stallone) ist der Chef einer Söldnertruppe, die sich für keinen noch so harten Job zu schade ist. Als „Reinigungsmittel für hartnäckige Flecken“ versteht Ross sein Team.
Als da wären der Messer-Kämpfer Lee Christmas (Jason Statham), der Nahkampfexperte Yin Yang (Jet Li), Hale Caesar (Terry Crews), Spezialist für Feuerwaffen aller Art, der Sprengstoff-Experte Toll Road (Randy Couture) sowie der Scharfschütze Gunnar Jensen (Dolph Lundgren).
Gerade erst haben die Männer eine Frachtercrew aus der Hand somalischer Piraten befreit, da bietet ihnen der zwielichtige Church schon den nächsten Job. Anfangs glauben die Männer noch an einen Routineauftrag. Sie sollen den Diktator eines kleinen Inselstaates stürzen, der dort seit Jahren ein Terror-Regime führt. Schon bald aber müssen die Männer erkennen, dass sie es auch mit dem CIA und dessen Schergen zu tun bekommen..
Gute, alte Haudrauf-Action
Sylvester Stallone ist zurück mit dem, was er am besten kann. „The Expendables“ ist testosterongetränktes Action-Kino der alten Schule. Typischer 80er Jahre Stoff, wie „Phantom Mommando“ oder natürlich auch der zweite und dritte Teil der „Rambo“-Reihe.
Und Stallone macht seine Sache als Regisseur durchaus gut. Keine Computeranimationen, kein Rumgehampele vor dem Blue oder Green Screen, sondern gute alte ‚Handmade’- sprich Haudrauf-Action.
Und selbstverständlich hat es sich der Schauspieler Stallone nicht nehmen lassen, dem Regisseur Stallone noch einmal, vielleicht ein letztes Mal zu zeigen, dass er es noch drauf hat mit dem Boxen, dem Kämpfen, dem Springen und all dem anderen Übermut, und hat seine Stunts selbst erledigt.
„Meine Muskeln sind wenigstens echt (anabol)“ mag sich Sly gedacht haben angesichts der Möglichkeiten, die das digitale Computer-Zeitalter dem Kino heute an Verfremdungseffekten bietet, die kaum noch einen Kräfte zehrenden Aufenthalt im Gym notwendig machen.
Ein trotzig-ironischer Schwanengsang
Aber „The Expendables“ ist noch mehr als nur Testosteron-Kino. Schon der Titel, der nichts anderes meint, als dass diese Männer der alten Schule längst entbehrlich geworden sind, zeigt Stallones grimmige Ironie.
© 20th Century Fox
Man mag den Mann nicht gerade für den begnadetsten Schauspieler Hollywoods halten (wobei er für einigen Jahren mit „CopLand“ durchaus gezeigt hat, wozu er auch als Charakterdarsteller in der Lage ist), aber ein Dummkopf ist Sly nicht.
Auch er weiß, dass er seinen Körper noch so aufpumpen und noch so vielen kosmetischen Operationen unterziehen kann – am Ende erwischt es ihn doch. So gerät „The Expendables“ auch zu einem Schwanengesang, zu einer Art letztem Hurra der Rentner-Gang.
Aber nicht larmoyant, sondern trotzig, mit einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie. Wie beim Treffen der Legenden, wenn Rambo-Rocky Stallone mit Die Hard-Willis und Terminator-Arnie zusammenkommt. Die beiden letzteren haben nicht mehr als einen kurzen Cameo-Auftritt und lassen dabei die Hemden an. Regisseur Stallone wollte seinen alten Kumpels wohl die eine oder andere Schmach ersparen...