Green Lantern - Filmkritik

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Grüne Einfalt, wenig Größe

Mit „Green Lantern“ bringt „Bond“-Regisseur Martin Campbell ein bildgewaltiges Comic-Spektakel auf die Leinwand. Ein wenig mehr Sorgfalt auch bei den Charakteren und der Geschichte selbst hätte dem Streifen gut getan.

Testpilot Hal Jordan (Ryan Reynolds) gilt aus Teufelskerl und Draufgänger, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt und es mit seinen Pflichten auch nicht immer so genau nimmt – was nicht nur seine Kollegin und heimliche Liebe Carol (Blake Lively) ein ums andere Mal auf die Palme bringt.

Hals Leben ändert sich schlagartig, als er eines Nachts auf das Wrack eines Raumkreuzers stößt. Ein sterbender Alien offenbart ihm, dass Hal auserwählt wurde, das erste menschliche Mitglied des Green Lantern Corps zu werden, einer intergalaktischen Schutztruppe, die das Gleichgewicht der Kräfte bewahrt.

Ein grüner Ring, der übermenschliche Kräfte verleiht, ist das Symbol der Green Lanterns. Noch bevor Jordan überhaupt so richtig weiß, wie ihm mit diesem Ring geschieht, kommt es zur Katastrophe: Das außerirdische Super-Monster Parallex greift die Erde an...

„Green Lantern“ – eine Schlüsselfigur des DC-Universums

„Am hellsten Tag, in schwärzester Nacht entgeht nichts Böses meiner Wacht, wer finsteren Mächten sich verspricht, der hüte sich vor Green Lanterns Licht“ - so pathetisch klingt der Schwur, den Hal ablegt, als er sich den Idealen der Green Lanterns verschreibt.

Wie aus einem Abenteuerfilm aus der großen Zeit Hollywoods in den 40er oder 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entlehnt kommen diese Worte daher, ein wenig kindlich-naiv fast, möchte man meinen.

Und das sagt schon eine Menge aus über die erste Kinoverfilmung des Superhelden „Green Lantern“, der neben „Superman“ und „Batman“ seit immerhin mehr als 60 Jahren eine Schlüsselfigur des DC-Comic-Universums ist.

Ein wahrer Augenschmaus

„James Bond“-Regisseur Martin Campbell („Casino Royale“) hat ein kunterbuntes und bildgewaltiges Comic-Spektakel inszeniert, das visuell durchaus zu faszinieren weiß. So sind die spektakulären Landschaften des Planeten Oa ein wahrer Augenschmaus, der den Zuschauer beinahe ins Kinobild hineinzuziehen scheint.

Auch diese spektakuläre Optik aber kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Streifen per se seltsam unzusammenhängend wirkt, und die Geschichte selbst immer dieser Optik untergeordnet bleibt. Dazu kommt noch, dass die nostalgische Grundstimmung der Erzählung, die Campbell bewahrt hat, zwar durchaus charmant ist, dass einige Dialoge
aber an Naivität, wenn nicht gar an Dümmlichkeit kaum zu überbieten sind.
 

Reynolds scheint hilflos unterfordert

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So wirkt Reynolds, der erst kürzlich in „Buried“ bewiesen hat, was für ein guter Schauspieler er sein kann, wenn man ihn nur lässt, hier bisweilen völlig unterfordert und macht ein dummes Gesicht zum buchstäblich einfältigen Spiel.

Und in Abwandlung eines bekanntes Bonmots möchte man da beinahe schon ausrufen „Grüne Einfalt, wenig Größe“. Comic-Fans jedenfalls, die auf eine ähnlich gebrochene oder gar düstere Atmosphäre wie in den „Spiderman“- oder vor allem den beiden „Batman“-Verfilmungen von Christopher Nolan gehofft haben sollten, die dürften arg enttäuscht werden.


Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend, noch leuchtet Green Lantern so hell, dass ein zweiter Teil beinahe schon beschlossene Sache sein soll. Und wer weiß, vielleicht wird die Grüne Laterne bis dahin ja erwachsen...

Andreas Kötter