Hugo Cabret - Filmkritik

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Ein Film wie ein Wunder

 

Mit „Hugo Cabret“ hat Martin Scorsese dem Kino ein Denkmal gesetzt. Sein erster Familienfilm ist ein poetischer Bilderreigen über das Staunen und zum Staunen.

 

Paris, zu Beginn der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts: Nach dem Tod seines Vaters, der ihn mit der Kraft des Kinos vertraut gemacht hat, quartiert sich der 12-jährige Hugo (Asa Butterfield) im Glockenturm des Hauptbahnhofs ein. Dort hilft er seinem Onkel dabei, alle Uhren des Bahnhofs regelmäßig zu warten. Seine größte Leidenschaft aber gilt dem mysteriösen Maschinenmann, dem „Automaton“, dem ihm sein Vater hinterlassen hat. Notwendige Ersatzteile besorgt sich Hugo mit kleinen Gaunereien, u. a. auch im Laden des alten Papa Georges (Ben Kingsley), wo er auch dessen Patenkind Isabelle (Chloe Grace Moritz) kennenlernt. Und die besitzt auf wundersame Weise den Schlüssel, mit der man den Maschinenmann zum Leben erwecken kann. Schon bald beginnt für die beiden Kinder ein aufregendes, fanstastisches Abenteuer...

Scorseses bisherigesThema: „Schuld“ im religiösen Sinne

Die Entdeckung des Hugo Cabret3

Ohne Frage hat Martin Scorsese das Kino der letzten vier Jahrzehnte geprägt wie kaum ein anderer US-Regisseur.
Als Magier, als Zauberer des Kinos in einem eher klassischen Sinne aber sieht sich auch Scorsese selbst wohl kaum. Vielmehr war das zentrale Thema seiner Filme immer wieder das Motiv der „Schuld“, geprägt vor allem auch durch seinen katholischen Background.

 

 

Zudem waren Scorseses Protagonisten bisher oft an Leib und mehr noch an der Seele versehrte Männer, bisweilen gar mit einem Hang zum Soziopathischen wie Travis Bickle (Robert De Niro) in „Taxi Driver“, Jake LaMotta (ebenfalls De Niro) in „Raging Bull“ oder Henry Hill (Ray Liotta) in „Goodfellas“.
 

Ein Fim über die Magie des Kinos

Mit seinem neusten Film, „Hugo Cabret“, der auf dem US-Kinder-und Jugend-Beststeller „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ von Brian Selznick basiert, aber hat sich der Ausnahme-Regisseur zum ersten Mal nicht nur dem Familienfilm gewidmet, sondern auch im 3D-Format gearbeitet. Und Scorsese beweist seine Meisterschaft auch auf diesem, für ihn noch unbekanntem Terrain. „HugoCabret“ ist ein Film über das Staunen und zum Staunen, ein Film über das Entdecken und das Verstehen. Und „Hugo Cabret“ ist ein Film über das Kino, über die Magie des Kinos und die Wunder, die es dort zu erleben gibt im dunklen Saal und vor der Leinwand, auf der Geschichten von Liebe und Hass erzählt werden und ganze Weltreiche in 90 Minuten zu Staub zu zerfallen können.

Jetzt ist Scorsese auch ein Magier

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Scorsese hat in einem Interview gesagt, der kleine Hugo sei ihm „sehr ähnlich“. Kein Wunder, denn auch für den kleinen, in seiner Kindheit schwer an Asthma erkrankten Marty war das Kino einst ein Zufluchtsort und eine Möglichkeit, von einem anderen Leben und von großen Abenteuern zu träumen. Für Martin Scorsese sind diese Träume wahr geworden. Und vielleicht schenkt er seinem Publikum auch deshalb nun einen Film voller Zitate zur Frühzeitd es Kinos und zu denen, die diese Zeit geprägt haben.

 

Wie die Brüder Lumière. Wie Harold Lloyd. Und wie Georges Méliès. „Hugo Cabret“ ist ein Film über die Wunder der bewegten Bilder. Und damit selbst ein Wunder(-werk). Und spätestens nun darf man Martin Scorsese auch als Magier bezeichnen.

Andreas Kötter