Planet der Affen: Prevolution - Filmkritik

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Die Affen sind wieder los

„Planet der Affen: Prevolution“ ist Hollywood-Spektakel und Warnung an die Menschheit zugleich: Wenn wir so weitermachen, dann schlägt die Natur gnadenlos zurück, und die Affen hauen uns auf die Glocke.

Der Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) arbeitet verzweifelt an einem Mittel gegen Alzheimer. Denn sein eigener Vater (John Lithgow) leidet an der tückischen Krankheit. Rodman experimentiert auch mit Schimpansen, und nach einem Vorfall im Labor entscheidet er sich, dass Schimpansenbaby Caesar bei sich zu Hause aufzuziehen.

Caesar spricht schon bald hervorragend auf die Gentherapie an, mehr noch, der Affe entwickelt sogar (über-)menschliche Intelligenz. Als er einen Nachbarn angreift, der die Familie bedroht, muss Rodman zusehen, wie Caesar für weitere Tests in eine Art Affen-Knast gesperrt wird, wo er und seine Artgenossen gequält werden.

Aber das Affen-Genie sieht schon bald rot, bricht aus, stiehlt Rodmans Heilmittel und zieht mit einem Heer von intelligenten Affen in den Krieg gegen die Menschen...

„Planet der Affen“ – Eine der ganz großen Abenteuer-Sagas des Hollywood-Kinos

Zweifelsohne gehört der „Planet der Affen“-Zyklus zu den ganz großen Abenteuer- und Endzeit-Sagas des Hollywood-Kinos. Ingesamt fünfmal zwischen 1968 und 1973 führten Affen und Menschen Krieg gegeneinander, und Regie-Magier Tim Burton versuchte sich 2001 erneut am Sci-Fi-Klassiker von Franklin J. Schaffner von 1968, ohne dass sein Remake aber den Charme des Originals erreicht hätte.

Ein Remake will „Planet der Affen: Prevolution“ weder sein. Vielmehr will Regisseur Rupert Wyatt („The Escapist“) die Ereignisse erzählen, die damals überhaupt erst zur Herrschaft de Affen geführt hatten. Vor allem zum vierten Teil der Saga, „Eroberung vom Planeten der Affen“, gibt es deutliche Referenzpunkte.

Affen wie im wahren Lebenn

Was „Planet der Affen: Prevolution“ aber so ganz besonders außergewöhnlich macht, ist nicht der Versuch, die ursprüngliche Geschichte weiter, zurück oder zur Seite zu erzählen, es sind vielmehr die Affen selbst. Denn die sind schlichtweg grandios.

Während in den früheren Filmen Schauspieler in Affenkostümen- und Masken - zum Teil auch schon mal unfreiwillig komisch - agieren mussten, sind die hyperintelligenten Primaten hier im Motion Capture-Verfahren komplett computeranimiert. Und wirken damit überragend lebensecht. Andy Serkis, der schon „King Kong“ als Bewegungsmodell diente, hat auch Caesar erfolgreich alle Moves „beigebracht“.

Affen sind die besseren Menschen

Wirklich verblüffend ist dabei vor allem, wie sehr sich in Caesars Mimik entsprechend seiner Weiterentwicklung vermeintlich rein menschliche Regungen und Emotionen beginnen zu spiegeln.

Das führt schon bald dazu, dass der Zuschauer sich auf die Seite der Affen schlägt, die mit dem Bonus der Unterdrückten ohnehin das naturgegebene Recht haben, sich zu wehren. Und am Ende dürfte selbst noch dem dümmsten klar geworden sein, dass die Affen hier längst die besseren Menschen sind.

Dass damit diese Geschichte aber längst noch nicht zu Ende erzählt ist, auch das versteht sich in Hollywood wohl von selbst.

 

Andreas Kötter