Nachdem uns J.J. Abrams in "Star Trek" in die Weiten des Weltalls entführt hat, spielt sein folgendes Werk in …
Super 8 - Filmkritik
© Paramount Pictures
Aufwachsen mit Aliens
Mit „Super 8“ gelingt „Lost“-Macher J.J. Abrams eine wundervolle Liebeserklärung an seine Kindheit in den spätern 70ern und an das glanzvolle Kino dieser Epoche...
Eine typisch amerikanische Kleinstadt im Jahr 1979: Der Unfalltod seiner Mutter hat den 13-jährigen Joe (Joel Courtney) tief getroffen. Ein wenig Zerstreuung findet er bei den Dreharbeiten zu einem Zombiefilm, den sein Freund Charles (Riley Griffths) mit einer Super 8-Kamera drehen will.
Insgesamt sechs Kids sind es, die den Grusel auf Zelluloid bannen wollen, darunter auch die schon ein wenig ältere, bildhübsche, sonst eher unnahbar erscheinende Alice (Elle Fanning). Auch sie wächst ohne Mutter, beim allein erziehenden Vater auf. Bei einem Nachtsdreh auf einem stillgelegten Bahnhof aber wird der selbst inszenierte Grusel zum puren, unkontrollierbaren Horror.
Als ein vorbeifahrender Güterzug mit einem Pickup kollidiert, kommt es zu einer gewaltigen Explosion. Und während die Kinder um ihr Leben rennen und die Kamera weiter läuft, entkommt aus den Trümmern eine Kreatur, die die kleine Stadt schon sehr bald in Ausnahmezustand versetzen wird. Seltsame, unerklärbare Dinge geschehen plötzlich, Tiere laufen ihren Besitzern davon, Menschen verschwinden spurlos. Und plötzlich ist auch Alice nicht mehr aufzufinden...
Abrams: „Blutiges, schlimmes Zeug“
Filmemacher sind auch Menschen. Diese auf den ersten Blick nun nicht gerade originelle Erkenntnis gewinnt mit „Super 8“ durchaus an Charme. Denn „Lost“-Macher J.J. Abrams gelingt mit „Super 8“ eine wunderbare, bisweilen melancholich-zarte Liebeserklärung an (s)eine Kindheit in den späten 70ern und ans Kino (dieser Zeit) zugleich.
Und natürlich „ist“ der kleine, etwas pummelige Hobby-Filmemacher Charles niemand anders als Abrams selbst, der nach eigener Aussage einen sehr großen Teil seiner Kindheit ebenfalls damit verbrachte, (meist) Horrorgeschichten, „blutiges, schlimmes Zeug“ mit seiner Super 8-Kamera zu filmen. Und tatsächlich hat auch der erwachsene Abrams, ob nun als Regisseur, Produzent oder Autor wiederholt eindrucksvoll bewiesen, dass er ein mehr als nur glückliches Händchen hat für Action, Schock und Suspense.
„Hommage an Spielbergs „E.T.“
Elle Fanning spielt umwerfend
Und Abrams liebt seine Charaktere. Es geht ihm gerade auch um Joe und Alice, die beiden Kids, die ohne Mutter aufwachsen. Und natürlich um den unsportlichen Charles, der sich in die Fantasiewelt seiner eigenen kleine Filme flüchtet, weil er in der Welt da draußen zu wenig Anerkennung findet. „Super 8“ ist auch deshalb weniger ein Film über Monster und Aliens, als einer über das Heranwachsen und die Ängste und Schwierigkeiten, die damit verbunden sein können.