Filmkritik - Verdammnis

NFP Marketing | Verdammnis

Abstieg in die Hölle

„Verdammnis“ ist der zweite Teil der Thriller-Trilogie des skandinavischen Erfolgsautors Stieg Larsson. Erneut müssen Journalist Mikael Blomkvist und die unkonventionelle Computer-Hackerin Lisbeth Salander hinabsteigen in die tiefsten, düstersten Abgründe der menschlichen Existenz.

Ein Jahr ist vergangenen seit den Ereignissen von „Verblendung“. Computerhackerin Lisbeth Salander(Noomi Rapace) hat eine Weltreise angetreten, Mikael Blomkvist (MichaelNyqvist) arbeitet weiter als Journalist. Der Kontakt zwischen den beiden ist abgerissen.

Dann aber wird Blomkvist von einem Kollegen eine hochbrisante Story angeboten. Demnach werden seit Jahren junge russische Frauen verschleppt und gewaltsam ins Land gebracht, wo sie von verdienten Amts- und Würdenträgern als Sexsklavinnen missbraucht werden sollen.

Politischer Sprengstoff, der Blomkvist zugleich auf eigene Faust recherchieren lässt. Als in der Folge drei Morde geschehen, finden sich auf einer der Tatwaffen die Fingerabdrücke von Lisbeth Salander. Die junge Frau muss also in ihre Heimat zurückgekehrt sein und sieht sich nun einer Treibjagd durch Polizei und Medien ausgesetzt. Nur Blomkvist glaubt noch an ihre Unschuld. Als er sich auf die Suche nach Lisbeth macht, taucht er tief ein in ihre Vergangenheit. Ein Abstieg in die Hölle...

© NFP Marketing | Verdammnis

 "Verdammnis" (OT: Luftslottet som sprängdes)

Darsteller: Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Michalis Koutsogiannakis u.a.

Kinostart: 04. Februar 2010

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Auf Verblendung folgt Verdammnis

Auf Verblendung folgt Verdammnis, das ist nicht nur biblisch betrachtet einschlüssiges Bild. Auch im Kino passt das wie die Faust aufs Auge. Denn nach dem ersten Teil von Stieg Larsons Thriller-Trilogie, Verblendung“, kommt jetzt „Verdammnis“ in die Kinos. Und auch der dritte und letzte Teil, „Vergebung“ ist bereits abgedreht und soll im Juni starten. 
 

„Verblendung“ kommt gemeinhin vor „Vergebung“. Wenn man aber diesen zweiten Teil gesehen hat, der noch düsterer, noch hoffnungsloser scheint, als der erste, und in dem die Abgründe der menschlichen Existenz geradezu bodenlos erscheinen, dann fragt man sich schon, wie da Vergebung noch möglich sein soll.

„Verdammnis“, inszeniert von Daniel Alfredson (den ersten Teil hatte Niels Arden Oplev in Szene gesetzt),ist ein einziger, bitterer Rachefeldzug und eine Abrechnung mit der bürgerlichen Gesellschaft und (Schein-)Moral. Eine Abrechnung, wie man sie im –europäischen – Kino in dieser Konsequenz kaum einmal gesehen hat. Ein Film, der weh tut, dessen düstere Bilder, die kaum die Sonne kennen, gleichzeitig aber auch ungeheuer zu faszinieren wissen.

Noomi Rapace ist eine Augenweide – als androgyner Racheengel

Was nicht zuletzt auch am hervorragenden Cast liegt, der wieder bis in kleinste Nebenrollen zu überzeugen weiß. Mehr noch als der erste Teil aber ist „Verdammnis“ zugeschnitten auf die Figur der Rächerin im Punk-Look. Noomi Rapace ist als Lisbeth Saaln der erneut eine Augenweide.

Nicht, weil sie die junge Computer-Hackerin als geheimnisvolle Femme Fatale anlegen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Rapace nimmt Salander ganz bewusst einen großen Teil ihrer Weiblichkeit. So erzählt die Schauspielerin in einem Interview, dass sie sich sieben Monate auf die Rolle vorbereitet und erst durch hartes Kick- und Thai-Box-Training, aber auch durch bewusstes Herunterhungern in den beinahe androgyn wirkenden Racheengel verwandelt habe.

Nicht zuletzt diese Selbstkasteiung und Konsequenz ist es, die es „Verdammnis“ mit jedem ähnlich gelagerten Hollywood-Thriller aufnehmen lässt. Was einmal mehr zeigt, dass großes, weilintensives Kino nicht (nur) am Budget hängt. Und damit die Frage aufwirft, warum so etwas hierzulande kaum möglich scheint.

Andreas Kötter

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