Der beste Film, die besten Darsteller, die besten Bilder: hier gibt's die Sieger aus Cannes 2010.
Filmfestspiele
© Festival de Cannes
Gold für Thailand!
Der Film "Onkel Boonmee" ist bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. Regisseur Apichatpong Weerasethakul sagte bei der Preisverleihung am Sonntagabend an der Côte d'Azur, die Ehrung komme ihm fast "unwirklich" vor. Juliette Binoche wurde als beste Darstellerin geehrt, Javier Bardem und Elio Germano teilten sich die Auszeichnung als beste Darsteller.
Die Goldene Palme zu gewinnen sei für ihn "wie eine Geschichte aus einer anderen Welt", sagte Regisseur Weerasethakul. Der 39-jährige Thailänder dankte seinen Eltern dafür, dass sie ihn als Kind mit ins Kino genommen und ihm dadurch die Welt des Films eröffnet hätten. Weerasethakul setzte sich im Wettbewerb gegen 18 weitere Filme durch, darunter Arbeiten der britischen Filmemacher Mike Leigh und Ken Loach sowie allein drei Filme aus dem Gastgeberland Frankreich.
Binoche und Bardem sind beste Schauspieler
Als beste Schauspielerin wurde Juliette Binoche geehrt, die bei ihrer Rede mit den Tränen kämpfte. Die 46-jährige Französin dankte ihren Eltern und ihren Kindern sowie allen Männern, die es bislang mit ihr "ausgehalten" hätten. "Ich glaube an die Liebe", rief Binoche aus, die die Hauptrolle im Wettbewerbsfilm "Copie Conforme" spielt, eine unglückliche Kunsthändlerin. In dem Film des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami geht es um Original und Fälschung und im übertragenen Sinne um die Echtheit von Beziehungen.
Cruz, die im Publikum saß, warf ihrem Freund daraufhin Küsschen zu. Der 41-jährige Spanier spielt die Hauptrolle im Wettbewerbsfilm "Biutiful". In dem Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzalez Inarritu geht es um einen an Krebs erkrankten Vater zweier Kinder, der darum kämpft, die letzten Dinge zu regeln. Germano wurde für seine Rolle in "La Nostra vita" geehrt und widmete den Preis seiner Heimat Italien.
Kein Preis für Deutschland
Erstmals im Wettbewerb war auch ein Film aus dem Tschad. Regisseur Mahamat-Saleh Haroun wurde für "Un homme qui crie" mit dem Preis der Jury geehrt. Den Großen Preis verlieh die Jury - dieses Jahr unter Vorsitz von US-Kultregisseur Tim Burton - dem französischen Filmemacher Xavier Beauvois für "Des hommes et des dieux". Für die beste Regiearbeit zeichnete die Jury den französischen Filmemacher Mathieu Amalric aus.