Lenka

Lenka: Lenka

In der Dreieinhalb-Millionenstadt sammelte Lenka schon als Teenager erste Erfahrungen als Schauspielerin, wurde von Cate Blanchett unterrichtet und erhielt in der Folge Hauptrollen in Theaterstücken, Fernsehproduktionen und Independent-Filmen. Daneben übernahm der „punk-ass art school student“ (Eigendefinition) den Part der Sängerin/Keyboarderin bei der angesagten Indie-Electro-Ambient-Band Decoder Ring. Mittlerweile hat sie ihren Lebensmittelpunkt von Australien nach Kalifornien verlagert und firmiert als Solo-Künstlerin.
Lenka
Doch ganz egal, wo es Lenka hin verschlägt, die frühen Kindheitserinnerungen begleiten sie. Andere Menschen mögen mit zunehmendem Alter Probleme damit haben, das Kind in sich selbst wiederzuentdecken - Lenka hat den Kontakt nie verloren. Ihr geschmeidiger Gesang umgarnt ihre Texte mit der Leichtigkeit, mit der ein Kind sich an die Beine seiner Mutter klammert… oder wie eine Schlange, die sich um den Hals eines Opfers wickelt. Ob sie dabei lange unterdrückte Ängste zum Ausdruck bringt wie in „Trouble Is A Friend“ oder die längst verlorene Unschuld besingt wie in „We Will Not Grow Old“, ihre Musik ruft Urgefühle hervor, ist frei von Affektiertheit und Zynismus – sich aber auch nicht zu cool für ein Lächeln ab und zu. “Trouble is a friend but trouble is a foe/And no matter what I feed him, he always seems to grow”, singt sie in „Trouble Is A Friend“ über eine vampiresk bedrohlich klingende Piano-Figur. Ein Vibraphon, eines von vielen Instrumenten, dass sie auf dem Album spielt, weckt schaurige Bilder finsterer, tiefer Wälder, doch Lenkas Gänsehaut-erzeugendes „ah-ah-oo“ macht schnell klar, dass „Trouble“ diesmal derjenige ist, der Ärger bekommt. „Die Platte ist eine Art Stimmungs-Verstärker“, erklärt die Musikerin. Und im Stimmungsverstärken ist sie so etwas wie ein Experte, spätestens seit sie auf zwei Alben die atmosphärischen Klanglandschaften von Decoder Ring mit ihrem „seltsam eindringlichen“ (Rolling Stone) Gesang bereicherte. „Ich mag es nicht, wenn die Menschen deprimiert sind. Ich will sie aufmuntern“, erklärt sie und gibt dem alten Miesmacher „Trouble“ einen ordentlichen Tritt in den Hintern. Und auch wenn es auf dem Album vor zerbrochenen Romanzen („Wrote Me Out“, geschrieben mit AFI-Bassist/Keyboarder Hunter Burgan), Selbsthass („Anything I’m Not“), schwierige Beziehungen („Dangerous & Sweet“ mit Howie Day als Gastsänger) und Fernbeziehungssehnsucht („Skipalong“) wimmelt, so ist „Lenka“ durchweg optimistisch.

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