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3Plusss

Wie treffend der Albumtitel „MEHR“ gewählt ist, zeigt sich in seiner Definition. So bezeichnet das Wort qua germanischer Herkunft das körperliche Wachstum bzw. die Erwachsenheit. Im Fall von 3Plusss: das Wachstum als Mensch und Künstler.

3Plusss
© MarcCantarellasCalvo

Klar, da gibt es auch den Armumfang (Stichwort „körperliches Wachstum“), für den der ein oder andere Banger Hilfsmittel von halbseidenen Geschäftsmänner erwerben muss. Mit Äußerlichkeiten hält sich Denis (ja, nur ein „n“ bitte!) aber nicht wirklich auf!

Ein Synonym für Wachstum ist die Emanzipation. Emanzipation von einem Video-Battle-Turnier aus dessen Schatten herauszutreten nicht jedem gelingt; Emanzipation von einer frühkindlich manifestierten
Außenseiterrolle; Emanzipation von eindimensionalen Reimereien oder rudimentären Recordingprozessen. Auch der teilweise Umzug von Essen nach Berlin spielt dabei mit rein, schwelt hier doch die Eröffnung des kreativen Horizonts. Dieses vor allem aufseiten der möglichen Kooperationen und durch die Energie der Rap-Hauptstadt, die einen Rapper ständig zu neuen Bestleistungen motiviert.

3Plusss ist genau da wo er sein will. Er erkennt seine Stimme als Chance, nicht als cartoonartiges Kuriosum. Durch die gemeinsame Arbeit mit Produzent Nobody‘s Face (Green Berlin / Marteria) reift er vor allem in puncto Komplexität kreativer Schaffensprozesse.

Die Möglichkeit mit Beatmakern der Kategorie Dexter oder Figub Brazlevic zu arbeiten spornt ihn dazu an, sein Talent für textliche Punktlandungen weiter zu schärfen.

In der Findungsphase zum Albumtitel fiel ein weiterer treffender Begriff: Hunger. Seit 3Plusss vorpubertär über Eminem und Kool Savas stolperte und auch heute noch sattelfest deren frühe Werke mitrappen kann, entwickelte er diesen Hunger, selbst zu spitten; wenngleich zunächst auch nur in Form von Textbattles in den bekannten Foren. Einen Flashback später zieht die Zusammenarbeit mit Hood-Homie Pierre aka donetasy als Meskalin Maskulin ebenso an uns vorbei, wie das Halbfinale im 2011er VBT gegen Weekend und die „Kindskopf“-LP.

Den Hunger nach möglichst großen Bühnen, die Denis‘ Energie entsprechend Raum zur Entfaltung lassen, konnte er im Festivalsommer u.a. an der Seite von Marteria stillen.

Wenn „MEHR“ aus den o.a. Gründen der perfekte Albumtitel ist, dann ist Hunger der ebenso passende Subtitle. Ein Subtitle, zu dem Mark Twain einst sagte: „Hunger ist der Handlanger des Genies“.

NUR WEGEN BIER HIER-TOUR 
zusammen mit Sorgenkind (Support Mortis)

10.04. Stuttgart - Cue
11.04. Dortmund - FZW
13.04. Hamburg - Indra
15.04. Köln - Stadtgarten
16.04. Saarbrücken - Garage
17.04. München - Kranhalle
27.04. Berlin - BiNuu

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