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GEISTER - Ein liebevolles und vielschichtiges Album

Gloria

Mit dem neuen Album "Geister" liefert das Songwriter-Duo Mark Tavassol und Klaas Heufer-Umlauf von GLORIA ein liebevolles, vielschichtiges Werk ab.

Gloria - Geister
© Groove Attack

Das zweite Album GEISTER der Band Gloria unterhält, nimmt mit, schafft einen Raum, in den man eintauchen kann. Gleichzeitig macht es einen für bestimmte Dinge einfühlsamer, sensibler, aufmerksamer. Das alles geschieht ohne erhobenen Zeigefinger, auf eine sanfte Art, in der auch Klavierpedale knarzen dürfen und nicht jedes unliebsame Geräusch herausgeschnitten wurde.

Die Texte fesseln, doch sie liefern keine Parolen, sie stiften Gedanken. GLORIA greifen Dinge auf, die wir zu übersehen drohen um sie behutsam in unseren Blick zu legen.

In „Stolpersteine“ etwa, einem Stück gegen das Leugnen und Vergessen. „Geister“ erzählt davon, wie ein Mensch sich mit den falschen Idealen selbst begräbt, welche Gefahren ein unreflektiertes Dasein in sich trägt: „... du wirst voller Stolz alles was noch kommen soll begraben wollen ...“ In „Heilige und Hunde“ wird dieser Gedanke aufgegriffen, diesmal radikaler: Das Stück kreist thematisch um blinden Gehorsam. All diese Dinge drohen uns im Laufe des eigenen Lebens unwichtiger vorzukommen, denn zu groß wirken die kleinen Ereignisse, die einem selber jeden Tag widerfahren. Diese auch an sich selbst festgestellte Entwicklung ist für GLORIA wie ein „... schwaches Gift, das langsam reift und unbemerkt um sich greift“. Und wenn es in dem Titel „Schwaches Gift“ einen Zeigefinger geben sollte, so zeigt er erst einmal auch auf sich selbst. Ohne diese Erfahrung wären einige Beobachtungen auf Geister auch gar nicht möglich gewesen.

Ein musikalisch und inhaltlich facettenreiches Album, das bewegt.

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