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Der Rostocker Rapper mit "Welt der Wunder"

Marteria

Wenn man Marteria kennt, dann weiß man, dass er bestimmte Lieblingswörter hat, die er vielseitig einsetzt. Einer dieser omnipotenten Begriffe ist der »Vibe«. » Zum Glück in die Zukunft II « ist eine Platte, die diese diffuse Qualität in jeder Minute verkörpert. Wo andere Rapper die Stadion-Opulenz für ihr Genre entdecken, lässt Marteria mutigen Minimalismuswalten.

Marteria Single 2014 1

Die Musik dieser Platte besinnt sich auf die Wurzeln. Kopfnicker-Beats und knusprige Dilla-Drums, brachiale Basslines und ganz viel Atmosphäre: Klagende Vokalfetzen, Maschinengeräusche und warme Rhodes, analoges Geblubber und digitale Analogien, Sirenen, Synthies und 808-Gedonner. Gleichzeitig ist es eine textlastige Platte, ein Album zum bewussten Anhören, zum darin Versinken. Kopfhörermusik. Neben der melancholischen, beinahe düsteren Seite hat »Zum Glück in die Zukunft II« auch eine aggressive, aufrührerische Ebene. »Bengalische Tiger« klingt, als tanzten Timbaland , M.I.A. und El-P in der Wüste um den »Burning Man« herum. Diese bedrohliche Energie kommt von den Erfahrungen, die Marteria auf seinen Reisen der letzten Jahre machte. »Das Thema der Platte ist die Welt«, sagt er.

»Seit das letzte Album draußen ist, sind wir gereist.« Auf diesen Reisen sind natürlich Songs entstanden, zum Beispiel als Marteria zusammen mit seinem Musikerkollegen Maeckes für die gemeinnützige Organisation Viva Con Agua e.V. in Uganda war. Oder als er mit den Toten Hosen in Argentinien war, um an deren letzten Album » Ballast der Republik « mitzuarbeiten. Hier hat Marteria auch eigene Songs geschrieben wie » Welt der Wunder «, einer Ode an die ewige Neugier der rastlos Suchenden: »Wir leben auf einem blauen Planet, der sich um einen Feuerball dreht/mit einem Mond, der die Meere bewegt/und du glaubst nicht an Wunder?«

Von Südamerika über Alaska bis in den Himalaya, von Chile über Island nach Ostafrika sind Marteria und sein Fotograf und Seelenverwandter Paul Ripke gereist. Die beiden Freunde sammeln »Länderpun te«: Für jede Nation, in der man zumindest einmal übernachtet hat, bekommt man einen Punkt. Marteria hat bislang 41 Stück gesammelt. Die Außenperspektive verleiht ihm die Möglichkeit der Draufsicht. In » OMG! « singt Marteria, er sehe Gangster wie Emos auf der Suche nach Sinn — ein offensiver Kommentar zum hiesigen Szene-Geschehen, aber auch eine breitbeinige Feststellung, aus der eine eigene Positionierung folgen muss. »Politik ist wichtig«, findet er. »Die Realität besteht eben nicht nur aus Abfeierei im Club. Auf der Welt passiert so viel Scheiße, und die Leute lassen sich nicht alles gefallen. Irgendwann kommt das auch bei uns an, was man gerade in Griechenland, Spanien oder Brasilien sieht. Wir sind nicht sicher.«

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Unten in Kooperation mit MyVideo das Musikvideo zur Single "Welt der Wunder" in voller Länge ansehen:

Marteria - Welt der Wunder


Marteria -- Welt der Wunder - MyVideo

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