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„Wieder alleine“ aus dem Debütalbum: „Seite 24"

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„Nur nachts rieche ich noch Lavendel bei mir.“ – Im Hintergrund spielt jemand auf einem verstimmten Klavier eine verhallte Melodielinie in Moll. Phela schreibt Liebeslieder, deren Echtheit sich durch die in ihnen versteckten Widerhaken, ohne die keine Liebe denkbar ist, offenbart.

Phela - Wieder alleine

Die poetischen Bilder, die die elf Lieder auf ihrem Debütalbum „Seite 24“ durchwehen, haben ihren Ursprung auf dem Bauernhof ihres Vaters, des Künstlers und Musikers Jeff Beer in Bayern. „Mein Vater hat mir nie etwas verboten“, sagt Phela bei einem Kaffee und einer Zigarette in einer abgelegenen Ecke von Berlin-Neukölln, „alles war eine Welt der Möglichkeiten, wir hatten auch keinen Fernseher.“ Stattdessen gab es Improv-Musik, Skulpturen aus gefundenem Material und Fotoserien von Bäumen aus dem Garten.

Als Jugendliche durchlief Phela eine relativ steile Karriere als klassische Geigerin, gewann Wettbewerbe und Preise, um auf einmal alles abzubrechen und ohne ihre Geige nach Paris zu gehen. Allerdings fuhr sie täglich in die Banlieus, um Fotos von Straßenmusikern zu machen, „weil sich die Sehnsucht zur Musik über drei Banden in mir zurückmeldete.“ Zurück in Deutschland begann sie die Geige wie eine Gitarre zu spielen, zog nach Hannover und nahm ein Musikstudium auf. Eine Station später, in Berlin, lernte sie Cecil Remmler, Marek Pompetzki und Paul Neumann kennen, die ein Studio in Kreuzberg betreiben. Die drei vertrauten der jungen Musikerin.

Es hat sich gelohnt: Mut und Poesie, gepaart mit Phelas Aufsehen erregendem Talent, der deutschen Sprache eine eigene Tonalität abzuringen, machen ihr Debüt zur Antithese zu Platten, deren Komponisten Musik wie einen Stock Market der Future Options betrachten. Als erste Single erscheint jetzt „Wieder alleine“, eine entrückte und gleichzeitig mitreißende Ode an eine gewesene Liebe, die für immer bleibt. Ein Song, der – typisch Phela – trotz zerbrechlicher Anmutung eine nahbare, emotionale Wucht in sich trägt. „Seite 24“ wird am 18. September veröffentlicht – noch vorher ist Phela als Support von Andreas Bourani und im November mit Philipp Poisel live zu sehen.

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