Stars

Das Album und die gleichnamige Single "Leichtes Gepäck"

Silbermond

Nach mehr als 5 Millionen abgesetzten Tonträgern, hunderten von ausverkauften Konzerten und dutzenden von Gold- und Platinauszeichnungen, nach 10 Jahren unter Strom im Musikgeschäft, nach Hymnen wie „Symphonie“, „Das Beste“ und „Irgendwas bleibt“, nach 10 Jahren auf Tour und im Studio war es für SILBERMOND an der Zeit, innezuhalten und zurückzuschauen, zurück zu sich selbst zu finden – und herauszubekommen, was wirklich zählt.

Silbermond - Leichtes Gepäck
© Sony Music

STEFANIE, JOHANNES, THOMAS und ANDREAS haben geschrieben und gedacht, hinterfragt, verworfen – und nochmal neu geschrieben – und sich für „Leichtes Gepäck“ entschieden.

„Leichtes Gepäck“ also: Jetzt liegt es endlich vor, das 5. Studioalbum der vier Musiker aus Bautzen.

Entstanden ist ein mutiges Werk voller Energie und Emotionalität – und mit jedem ihrer 12 Lieder versetzen uns SILBERMOND an Orte, in Geschichten und Stimmungen, die berühren und bewegen, und schauen dabei unerschrocken auch mal dahin, wo es wirklich weh tut.

Dem Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen, vorauszugehen und sich aufs Glatteis zu wagen, widmen sich SILBERMOND auch gleich in ihrem Eröffnungs-Song, „Intro (Die Mutigen)“ – ein packender Aufruf, und ein elektrisierender Anfang. Und elektrisierend geht es weiter: Mit Lied Nummer zwei, das – wie das Album – „Leichtes Gepäck“ heißt, lässt uns die Band an dem befreienden Gedanken teilhaben, einmal all den Ballast, den man im Leben so anhäuft, zu entsorgen. Eine mitreißende Hymne, die nicht umsonst an dieser Stelle des Albums platziert ist, denn die beiden ersten Songs bilden sozusagen die Überschrift für die Fortsetzung der gemeinsamen Reise der vier Künstler und Freunde – und damit auch für das Album selbst.

Im Song „B 96“ nehmen uns SILBERMOND in die ambivalente Gefühlswelt mit, die sich mit dem Begriff „Heimat“ verbindet. Mit einer Mischung aus konkreten Detailbeschreibungen und poetischen Bildern beleuchten die Vier das Thema auf so noch nicht gehörte Weise, und setzen damit gleichzeitig ihrer Heimat ein Denkmal jenseits jedweder Folklore-Seligkeit.

Mit der Ballade „Langsam“ gelingt es SILBERMOND, uns per Beschreibung eines intimen Momentausschnitts in eine Atmosphäre von ungeheurer Eindringlichkeit eintauchen zu lassen – wie in Zeitlupe und mit maximalem Vergrößerungsfaktor. Dieser Song über die einzigartige Intensität in manchen Augenblicken der Zweisamkeit holt den Hörer ganz nah an sich heran: Hier spielt die Band ihr spezielles Talent, die Grenzen zwischen sich und uns, ihren Hörern, verfließen zu lassen, voll aus.

Mit „Indigo“ konfrontieren uns SILBERMOND mit der Vergänglichkeit auch der intensivsten Momente im Leben eines jeden von uns – und drehen das Thema gleichzeitig ins Lebensbejahende, in „Das Leichteste der Welt“ wird einmal schonungslos und präzise beschrieben, wie sich das anfühlt, wenn dir ein einst naher Mensch den Boden unter den Füßen wegzieht.

Das Lied „Heut hab ich Zeit“ ist eine per Musik verschickte Einladung an uns alle, zu entschleunigen, und sie leistet traumwandlerisch genau das, was sie thematisiert: Einmal in den Song eingestiegen, nimmt er den Hörer auf federleichte Weise mit auf eine entspannende Reise, von der man wünscht, sie möge niemals aufhören.

„Lass mal“ ist ein lässiger, durchaus witziger, und gleichzeitig sehr ehrlicher Rocksong über das tägliche kleine Scheitern an den eigenen hehren Ansprüchen, in „Fische im Teich“ türmen sich Wortkaskaden zu eigenwilligen Gleichnissen für die blinde Getriebenheit unserer Spezies.

„Allzu menschlich“ ist ein entwaffnend offenes Eingeständnis der Angst, anderen nicht zu genügen – und gleichzeitig ein Plädoyer für Nachsicht im Miteinander und sich selbst gegenüber, eine nachdenkliche Warnung davor, sich in Beziehungen zu zerfleischen.

Nach was suchen wir eigentlich in diesen eisig überhitzten, schlaflosen urbanen Nächten, in denen wir uns wünschen, dass die Musik niemals aufhört? SILBERMOND liefern mit „Himmel in die Stadt“ keine Antworten, sondern eine äußerst atmosphärische Innenansicht.

Immer noch jung, merkt man deutlich, dass SILBERMOND in den vergangenen Jahren so Einiges an Lebenserfahrung getankt haben. Was sich mit dem Verlust von Naivität, was sich mit dem Erwachsenwerden klammheimlich in unser Leben einschleicht, dafür findet die Band im letzten Song des Albums treffende Worte. „Zeit zu tanzen“ heißt dieser Titel, ein wunderbarer Abschluss, und eine schöne Empfehlung.

Die neue inhaltliche Schärfe, die Genauigkeit der Bilder auf „Leichtes Gepäck“ überzeugen – und verbinden sich auf vielschichtige Weise mit der Musik. Bemerkenswert das Profil, das Stefanie gesanglich mittlerweile zeigt, auffällig, wie nuanciert sie neuerdings mit deutschen Worten phrasiert.

Eingespielt in den Blackbird Studios in Nashville/USA und dem bandeigenen Studio in Berlin, ist es gelungen, auf dem Album die Qualitäten von SILBERMOND als langjährig aufeinander eingespielte Musiker einzufangen: Der enorme Druck und der lässige Drive, den Johannes, Thomas und Andreas mittlerweile im Zusammenspiel kreieren, sind eins zu eins auf diese Platte gegangen, der neue SILBERMOND-Silberling trägt eine unverwechselbare, eine eindeutige musikalische Handschrift: Deutlich wie nie zuvor ist er hier zu hören … der SILBERMOND-„Sound“.

„Leichtes Gepäck“ ist ein mutiges Werk – mit dem die BAND SILBERMOND persönlich einen großen Schritt in Richtung Zukunft getan hat – BAND hier einmal ganz bewusst großgeschrieben!

Silbermond - Leichtes Gepäck


Silbermond -- Leichtes Gepäck

Kommentare