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Es ist Zeit für die nächste Generation Boyband!!

The Vamps

Die Geschichte von The Vamps liest sich wie ein Märchen in Zeiten von Social Media: Vier Teenager-Jungs aus ganz unterschiedlichen Gegenden Großbritanniens tauschen via YouTube ihre ersten Demoaufnahmen aus und fassen bald darauf einen gemeinsamen Plan – sie wollen die Hits von Popgrößen wie One Direction, Taylor Swift oder Bruno Mars als Coverversionen, zwischen Akustik-Sound und Punk-Einschlag gelagert, neu interpretieren, und schließlich ein Album ihrer selbstgeschriebenen Arena-tauglichen Songs veröffentlichen. 

22.01.2014 12:00 Uhr
The Vamps
© Universal Music

So formierten sich Sänger Bradley Will Simpson, Gitarrist James McVey, Schlagzeuger Tristan Evans und Bassist Connor Ball zu The Vamps. 15 Millionen Klicks und einen Plattenvertrag beim Major-Label später, kann man wohl sagen, dass ihr Plan aufgegangen ist: Inzwischen gelten The Vamps in UK und darüber hinaus als die Pop-Sensation des Jahres...

„YouTube hat das alles überhaupt erst möglich gemacht“, meint James, der zuvor als Solo-Pop-Act unterwegs war. „Und es ist echt nicht übertrieben, dass unsere Band ohne YouTube wohl gar nicht existieren würde. So konnten wir ohne große Probleme unsere Musik ins Netz stellen und sie einem riesigen Publikum zugänglich machen. Wir haben das Glück, alles sofort über die einschlägigen Kanäle veröffentlichen zu können, was auch bedeutet, dass wir umgehend Feedback dazu bekommen. Der Hammer ist das.“

Die Gründungsgeschichte von The Vamps liest sich in der Tat wie ein modernes Update zum klassischen Entstehungsmythos einer Band. Nachdem James im Sommer 2012 die Idee hatte, dass seine Akustik-Popsongs noch besser klingen würden, wenn ein anderer Sänger diesen Part übernimmt, schaute er sich im Netz nach Online-Demos und Coverversionen um. Er verbrachte Wochen damit und stieß schließlich dank YouTube auf den 16-jährigen Bradley, einen Indie-Fan, der sich offensichtlich auf grandiose Ed-Sheeran-Coverversionen spezialisiert hatte. Eine Message via Facebook später, und schon saßen die beiden bei James in Bournemouth zusammen und nahmen drei eigene Demosongs auf.

„Mit 14 und 15 habe ich Unmengen von Coversongs aufgenommen, alles solo“, erzählt Bradley. „Ich habe so Sachen wie The Specials oder die Arctic Monkeys gecovert und meine Versionen bei YouTube hochgeladen. Dadurch wurde dann James auf mich aufmerksam. Und dann haben wir uns sechs Monate lang zu zweit getroffen und zusammen eigene Songs geschrieben.“

Die Geschichte wiederholte sich in ähnlicher Form, als sich der 18-jährige Tristan, ein Finalist des britischen „Drummer of the Year“-Wettbewerbs 2010, bei ihnen meldete: Er hatte die Videos von Brad und James im Netz entdeckt und daraufhin kurzerhand eine Facebook-Message an James geschickt. Brad dazu: „Wir schauten uns dann seine Sachen auf YouTube an und dachten nur: Den brauchen wir! Der Typ ist der Wahnsinn!“ Schließlich stieß auch noch Connor Ball dazu, der zuvor seine eigene Band als Frontmann angeführt hatte.

„Vor 20 Jahren haben die Leute noch Kleinanzeigen im NME geschaltet, wenn sie eine Band gründen wollten“, so Bradley. „Heute haben wir YouTube, und dadurch geht das alles viel, viel einfacher. Immerhin ist es uns gelungen, unsere Band auf dieser Basis zu gründen; wir konnten genau sehen, was die anderen machen, was sie können, was für Musik ihnen gefällt. Anstatt also irgendwelche Kleinanzeigen zu schalten, haben wir quasi uns selbst ins Netz gestellt, damit die richtige Band uns findet.“

Somit vollständig, machten sich The Vamps daran, in den eigenen Home-Studios eine Reihe von Coverversionen aufzunehmen – unter anderem die Hitsingles von Musikern wie One Direction („Little Things“), Taylor Swift („We Are Never Getting Back Together“) und Bruno Mars („When I Was Your Man“). Schon bald sorgten Brads einzigartige Stimme und die von Akustikgitarren getragenen Riffs dafür, dass immer mehr Leute auf ihrem Channel landeten. „Wir waren schon echt happy, als wir 1.000 Follower hatten“, erinnert sich Tristan. „Doch dann waren es ganz schnell 2.000, dann 5.000, 10.000... und es hörte einfach nicht mehr auf.“

Wenig später klopfte das erste Major-Label an und The Vamps konnten ihren Vertrag mit der EMI unterzeichnen. Dann ging’s in den Flieger, nach New York und Los Angeles, wo sie weiter an jenen Songs arbeiteten, die 2014 auf ihrem Debütalbum erscheinen werden. Da sie gut 30 Demo-Songs aufgenommen haben, weiß James jetzt schon zu berichten, dass ihr Erstling gespickt sein wird mit „Feel-Good-Gitarrenriffs und melodischen Hymnen“.

Schon an besagten ersten Demos erkennt man, dass The Vamps eine Band sind, die stets auf der Suche nach möglichst überdimensionalen, ansteckenden Hooks ist. Einer der Albumkandidaten heißt „Cecilia“, und man will sofort seine Arme in die Luft schleudern, wenn man den Track hört, den sie übrigens um ein Sample aus dem gleichnamigen Song von Simon & Garfunkel gestrickt haben. „Can We Dance“, die erste Single, die in UK bereits veröffentlicht wurde, avancierte prompt aus dem Stand zum Hit.

Dass die Jungs längst auf der Überholspur unterwegs sind, zeigte sich schließlich, als sie Auftritte im Vorprogramm zum Beispiel von McFly (übrigens eine Stadiontournee) absolvierten: Es war die allererste Tour überhaupt für The Vamps, und trotzdem standen sie am Schluss, nachdem sie ganz UK bereist und begeistert hatten, in der ausverkauften Londoner Wembley-Arena und hatten plötzlich 12.000 Menschen vor sich...

„Wie ein Traum war das, der plötzlich in Erfüllung geht“, gesteht Bradley. „Immerhin hatten wir ja erst sechs Monate davor so richtig als Band losgelegt. Dann gingen die YouTube-Coversongs durch die Decke, und dann standen wir in der Wembley-Arena für McFly – und schon da sangen die Leute unsere eigenen Songs mit! Irgendwer hatte den Auftritt am Vorabend mitgefilmt, die Aufnahmen ins Netz gestellt, und unsere Fans hatten extra für den London-Gig noch schnell die Texte gelernt! Vollkommen verrückt war das!“

In der Tat ziemlich verrückt, dabei hat die Erfolgsgeschichte von The Vamps gerade erst begonnen: „Ein echt krasser Moment war, zu sehen, dass 15 Millionen Menschen unsere Videos gesehen hatten“, meint James abschließend. „Ich dachte nur, ‘Oh mein Gott’, aber natürlich versuchen wir, uns davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Wir sind Musiker, und so sehr wir Bands wie One Direction auch respektieren, wollen wir die Leute nun als eigenständige Band mit eigenen Songs erreichen. Und wenn uns irgendwer nun unbedingt Boy-Band nennen will, bitteschön, da habe ich auch kein Problem it. Wir wollen einfach nur unser Album aufnehmen und mit unseren Songs auf Tour gehen.“ 

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