Oscar-Kleider im Wandel der Zeit

Oscar ®-Kleider – früher und heute

07.02.2014 14:10 Uhr
Jennifer Lawrence
© dpa

Was wären die Oscars ohne spektakuläre Kleider und extravagante Outfits? Hier erfahrt ihr, wie sich die Oscar-Kleider in den letzten 86 Jahren verändert haben.

Von einer ausladenden Oscar-Robe aus feinstem Zwirn konnte die erste Oscar-Gewinnerin Janet Gaynor 1929 nur träumen. Die zierliche Schauspielerin nahm ihren Goldjungen als „Beste Hauptdarstellerin“ noch ganz bodenständig in einem Strickkleid entgegen. Das Gerücht: Janet Gaynor kaufte ihr Oscar-Kleid in der Kinderabteilung eines Kaufhauses, da sie in normalen Geschäften wegen ihrer Größe nur schwer Kleider finden konnte. Im Jahr des Börsencrashs waren die „goldenen Zwanziger“ bereits Geschichte – entsprechend bescheiden fiel die Garderobe der Oscar-Stars aus. Stylisten und Entourage? Fehlanzeige!

Ähnlich erging es Luise Rainer, die 1938 ihren Oscar in einem Nachthemd entgegennahm. Die Schauspielerin blieb zuhause, da sie nicht erwartete zwei Jahre in Folge einen Oscar zu gewinnen. Ohne Make-up und nur in einem hochgeschlossenen aber trotzdem atemberaubenden Nachthemd wurde sie am Ende zur Verleihung gebracht.

Historische Oscar-Kleider

Manche Oscar-Roben haben Mode-Geschichte geschrieben. Der Kassenschlager der 40er Jahre, das weltberühmte Kostümdrama „Vom Winde verweht“ machte Vivien Leigh zu einem umschwärmten Hollywoodstar. Dünne Spaghetti-Träger, tropisches Muster und Cut-outs – Vivian Leighs legeres Kleid von 1940 wäre auch 2014 noch auf jeder Strandparty der Hit.

Audrey Hepburns Kleid aus dem Jahr 1954 hat sogar eine eigene Wikipedia-Seite und zählt bis heute zu den berühmtesten Roben der Welt. Entworfen wurde der Traum aus weißer Spitze von Hubert Givenchy – dem Erfinder des „Kleinen Schwarzen“. Der war von der zierlichen Audrey Hepburn so begeistert, dass er sie kurzerhand zu seiner Muse machte. Das Kleid, das die Fashion-Ikone als ihr „Lucky Dress“ bezeichnete, lag jahrelang auf dem Dachboden einer befreundeten Familie, bis es 2011 versteigert wurde.

Bad-Taste versus Oscar-Hype

Jennifer Lawrence ist nicht die erste Schauspielerin, die auf dem Weg zur Oscar-Bühne ins Wanken geriet. Barbra Streisand fällt 1969 in einem Arnold Scaasi-Kleid beim Abholen des Awards auf die berühmten Oscar-Stufen. Das pikante Detail: Der semitransparente Jumpsuit gab dabei mehr preis als der Schauspielerin lieb war. Die glitzernde Mischung aus Schulmädchenoutfit und Studio-54-Look gehört noch heute zu den legendärsten Oscar-Auftritten – nicht nur wegen der unfreiwilligen „Einblicke“.

In den 80er und 90er-Jahren herrschte Bad-Taste-Stimmung auf dem roten Teppich. Im Jahr 1988 sorgte Cher mit ihrem „Las-Vegas- Gedächtnisoutfit“ für Aufregung. Das Kleid von Bob Mackie verdeckte tatsächlich nur das Nötigste – zusammen mit der Dauerwellen-Hochsteck-Frisur einer der schrägsten Looks der Oscars. Sinnbild für die 90er-Jahre war Gwyneth Paltrow, die 1999 in einem Traum aus pinkem Taft den Academy Award für ihre Rolle in „Shakespeare in Love“ abräumte. Ihr Kleid löste einen regelrechten Hype unter Teenagern aus – auf Highschool-Bällen tummelten sich im selben Jahr hunderte Gwyneth-Kopien.

Zeitlose Schönheiten

Die unangefochtenen Stil-Königinnen des Oscars sind Julia Roberts und Halle Berry. Das schwarz-weiße Vintage-Kleid von Valentino, das Julia Roberts 2001 bei den Academy Awards trug, wäre auch 2014 noch ein Hingucker bei jedem Event. Halle Berry überzeugte 2002 nicht nur mit ihrem semitransparenten Elie Saab Kleid, sondern auch mit ihrer bewegenden Rede. Zu Tränen gerührt nahm sie als erste Afroamerikanerin einen Academy Award als „Beste Hauptdarstellerin“ entgegen.

Sandra Bullock, Charlize Theron, Hilary Swank – sie alle haben es in den letzten Jahren richtig gemacht. Modische Fehltritte sucht man vergebens. Trotzdem fehlt es den letztjährigen Gewinnerinnen ein bisschen an altem Hollywood-Glamour. Vielleicht schafft es ja die Gewinnerin 2014 wieder mit echtem Diven-Charme zu überzeugen. Sowohl modisch als auch mit einer bewegenden Rede.

Teresa Harbeck  arbeitet als Modejournalistin für die Mode-Plattform STYLIGHT . Sie ist ein echter Oscar-Fan und bleibt gerne bis früh morgens auf, um die Verleihung zu sehen. Als unsere Style-Expertin hält sie uns stattdessen über den Stil der Oscar-Stars auf dem Laufenden.

Welche Oscar-Diva überzeugt euch am meisten? Audrey Hepburn oder doch Halle Berry? Sagt es uns in den Kommentaren.

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