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Bond-Fan ersteigert Filmauto für Millionenbetrag

Es gibt viele bekannte Filmautos. Vom sprechenden „Kitt“ aus der berühmten Serie mit David Hasselhoff „Knight Rider“ über das unzerstörbare Batmobil bis zum zeitreisenden „DeLorean“ aus der „Zurück-in-die-Zukunft“-Trilogie: Manch fahrbare Untersätze aus legendären Filmen und Serien sind fast schon berühmter geworden als ihre Fahrer. Von einem Bond-Automobil war ein Fan sogar derartig begeistert, dass er dieses für einen Millionenbetrag ersteigerte.

DeLorean steht auf einem Parkplatz mit geöffneten Türen
© Marukosu - 396944905 / Shutterstock.com

Gebrauchtwagenbörsen sind ja allseits beliebt, denn Autos werden hier geschätzt und auf Plattformen wie www.wirkaufendeinauto.de in der Regel schnell verkauft. Die Preise, die die Gebrauchtwagen erzielen, sind dann auch meist höher als wenn das Fahrzeug beim Markenhändler in Zahlung gegeben wird. Während diese Gebrauchtwagenbörsen jedoch eher etwas für Normalsterbliche sind, werden Klassiker wie das James Bond-Auto auf ganz anderen Börsen versteigert. Der ermittelte Wert ist dann auch eher ein ideeller, als ein realistischer.

Dies dürfte wohl auch für das Bond-Auto gelten, das in London über den Auktionstisch ging. Stattliche 3,1 Millionen Euro ließ sich ein Fan den Aston Martin DB10 aus dem Bond-Film „Spectre“ kosten, der während der Auktion lieber unerkannt blieb, sich der persönlichen Glückwünsche der Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson aber gewiss sein durfte.

Auktionspreis deutlich höher als angenommen

Auf einen Wert von 1,9 Millionen Euro schätzten Experten vorab den Aston Martin, den Bond im Film wie gewohnt auf Herz und Nieren prüft. Dass das Filmauto am Ende für einen deutlich höheren Preis versteigert wurde, mag an verschiedenen Gründen gelegen haben. Zum einen spielte gewiss das voraussichtliche James Bond-Ende von Schauspieler Daniel Craig eine entscheidende Rolle, dieser deutete an, dass er wohl  zum letzten Mal für einen Bond-Film vor der Kamera gestanden habe.

Zum anderen ist der Aston Martin aber auch eines der letzten noch intakten Bond-Autos aus „Spectre“. Lediglich zwei im Film zu sehende Modelle haben die Dreharbeiten heil überstanden – mehr als verständlich, dass die Anziehungskraft aufgrund der hohen Fan-Nachfrage gestiegen ist.

Darüber hinaus warben aber auch die Schauspieler aus dem aktuellsten Bond für eifriges Bieten bei den Auktionsteilnehmern. Denn die Erlöse kommen allesamt der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ und weiteren Hilfsorganisationen zugute. „Moneypenny“-Schauspielerin Naomie Harris motivierte Bietende sogar höchstpersönlich per Videobotschaft während des Auktionsbeginns für die Veranstaltung.

Diese wurde Anfang des Jahres vom berühmten Auktionshaus „Christie’s“ organisiert, das am Ende der Auktion, die vom 16. bis zum 23. Februar in London abgehalten wurde, knappe vier Millionen Euro an Einnahmen zählte. Die Auktion war anlässlich des Blu-ray- und DVD-Release von „Spectre“ gestartet worden, welcher sich als bereits 24. Film in die Bond-Abenteuer einreiht.

Nicht nur Bond-Auto wurde versteigert

Fans des britischen Geheimdienstlers aus dem MI6 konnten Anfang des Jahres sogar online mitbieten. Auch Auktionsteilnehmer aus New York und aus dem afrikanischen Raum boten eifrig um die insgesamt 24 kultigen Bond-Gegenstände. Neben dem Aston Martin standen beispielsweise auch ein signiertes Drehbuch von Produzent und Regisseur Sam Mendes oder der aus der Anfangsszene von „Spectre“ von James Bond getragene Skelettanzug auf der Auktionsliste.

Verständlicherweise waren sämtliche Gegenstände erst ab Auktionspreisen im fünfstelligen Bereich zu haben. Allein der vom österreichischen Schauspieler Christopher Waltz im Film getragene Goldring mit dem „Spectre“-Logo war einem Bieter 41.633 Euro wert. Sämtliche Bond-Requisiten kamen schlussendlich für mehr als den jeweils geschätzten Höchstbetrag unter den Hammer.

Das Highlight blieb aber natürlich die Versteigerung des Aston Martin DB10, der eigens für den neusten Bond-Film designt wurde und von dem – vor dem Filmstart – lediglich ganze zehn Exemplare auf der Welt existierten. Unter der Haube des Wagens befindet sich ein 4,7 Liter großer V8-Motor. Schade nur, dass der neue Besitzer mit seinem Bond-Mobil nicht auf den Straßen zu sehen sein wird.

Denn straßentauglich ist das Gefährt nicht. Der edle Sportwagen sei laut Auktionsbeschreibung lediglich für den „spezifischen Gebrauch“ gedacht und speziell ausgebildeten Fahrern vorbehalten. Doch wie bereits erwähnt, ist es eher der kultige Sammleraspekt, der den Reiz dieses Wagens ausmacht, zudem die Auktion die einzige Möglichkeit für Privatkäufer bot, einen Aston Martin DB10 zu erwerben. Im freien Handel gibt es das Fahrzeug nämlich nicht zu erstehen.

Filmfans bieten Millionen für Filmrequisiten

Das Bond-Auto war nicht die erste hochpreisige Filmrequisite, die von Fans für eine erstaunliche Summe ersteigert wurde. Auch andere Kultobjekte aus bekannten Filmen gingen für Abertausende, wenn nicht gar Millionenbeträge an gut situierte Fans aus aller Welt.

Ein Beispiel hierfür ist gewiss die eher schmucklose Jacke, die Leonardo DiCaprio im Film „ Titanic “ auf dem Deck des gleichnamigen Dampfers trug. 50.000 US-Dollar war diese triste Jacke einem Filmfan wert. Ein anderer Fan zahlte vor einigen Jahren knapp 60.000 US-Dollar für die berühmt-berüchtigte Peitsche von Indiana Jones . Das „Jumanji“-Spiel wechselte 2014 für 30.000 US-Dollar den Eigner und sogar ein ganzes Dorf aus der Hitserie „The Walking Dead“ wanderte für 680.000 US-Dollar in den Besitz eines Anhängers der Zombie-Serie.

Der wohl aber erinnerungswürdigste Kauf eines Filmobjekts fand 2006 statt. Ebenfalls durch das Auktionshaus Christie’s organisiert, boten zahlreiche Fans weltweit vor zehn Jahren auf das wohl berühmteste Kleid der Filmgeschichte.

Es war eben jenes Textilstück, das Audrey Hepburn im Film „Frühstück bei Tiffany“ trug und das die Schauspielerin zur Legende machte. 700.000 Euro ließ sich ein Fan das textile Stück Filmgeschichte kosten, das somit zum teuersten jemals ersteigerten Kleidungsstück aus einem Film wurde. Der Cocktail-Dress wurde einstmalig vom französischen Designer Hubert Givenchy entworfen und soll voraussichtlich noch im Wert steigen. Ob es jemals den Wert des Bond-Autos erreichen wird, darf aber dennoch bezweifelt werden.