Prominente Musiker, Sportler und Politiker reisen gerne mit dem Bus

Das mit Abstand sicherste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist - gemessen am CO₂-Ausstoß pro Fahrgast - der Reisebus. Kein Wunder, dass in Deutschland Fernbusreisen boomen, aber auch Stars und Promis nutzen den (dann meist luxuriös ausgestatteten) Bus als Fortbewegungsmittel. Auch wenn sich einige in der Regel lieber mit einer Luxuslimousine zu ihren Auftritten, Terminen oder zum Flughafen kutschieren lassen, sind andere aber gerne mit dem Bus unterwegs. Dies trifft natürlich vor allem auf Musikbands, die auf Touren gerne einen eigenen Tourbus einsetzen, zu. Hier ist Platz für die gesamte Crew, das wichtigste Equipment und ausgelassene Feiern. Wer ebenfalls oft in Bussen anzutreffen sind, sind Politiker im Wahlkampf sowie Profi-Sportmannschaften, die sich mit dem Bus bequem zum Stadion fahren lassen. Und wir verraten noch mehr:

Bus-Limousine
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Zu den prominenten Busfans der Republik gehört der Moderator Jörg Pilawa, der sich zu seinem 50. Geburtstag einen langen gehegten Traum erfüllte und eigenhändig einen zwölf Meter langen, 200.000 Euro teuren Linienbus durch Hamburg steuerte. Für Pilawa war das Busfahren in der Kindheit die große Freiheit ohne Eltern. Zusteigen durfte bei Pilawas Busfahrt durch Hamburg leider niemand. Sein Fazit nach einer fast dreistündigen Tour lautete, dass Busfahren vom Glücksgefühl her gleich nach der Hochzeitsreise käme.

Angela Merkel: Mit dem Luxusbus durch den Bundestagswahlkampf

Ob die deutsche Kanzlerin Angela Merkel morgens mit dem Bus zur Arbeit fährt ist nicht bekannt, aber eher unwahrscheinlich. Im Wahlkampf vor der nächsten Bundestagswahl setzt Frau Merkel hingegen auf einen Luxusbus von Neoplan. Der Starliner, der auch von Spitzenclubs des europäischen Fußballs und Formel-1-Teams aus aller Welt geschätzt wird verfügt auf knapp 14 Metern Länge über ein Konferenzabteil wie eine rollende Regierungszentrale, Tropenhölzer auf dem Boden, Schlafkabinen und ein Badezimmer wie im First-Class-Flugzeug. 

Zu den Abnehmern der Neoplan-Luxusbusse mit individueller Ausstattung gehören auch global agierende Wirtschaftskonzerne, arabische Ölscheichs, russische Oligarchen und Staatspräsidenten aus aller Welt. Es gibt auf Wunsch eine schillernde Ambiente-Beleuchtung, Echtholzparkett auf dem Boden, mit Stoff verkleidete Ablagen, eine Lounge mit geschwungener Sitzgruppe im Heck, klimatisierte Weinregale, Designerschränke und Küchenzeilen im Mittelblock, die es mit einem Restaurant aufnehmen können.

Der britische Megastar Robbie Williams kaufte vor wenigen Jahren einen 12 Meter langen Luxusbus der Marke „Forest River“ für seine Europa-Tour. Für den Kaufpreis in Höhe von 324.000 Dollar gönnen sich andere Menschen ein Haus am See. Der Bus von Robbie Williams verfügte über eine hochwertige Leder- und Massivholz-Ausstattung, ein großes Doppelbett, eine voll ausgestattete Küche, eine Heimkino-Anlage und Schlafplätze für sechs Personen. Ein Firmensprecher des Herstellers aus den USA bedauerte, dass es sich bei Robbie Williams nicht um einen wilden Rocker handeln würde, der seinen Tourbus zu Kleinholz macht – dem hätte man im nächsten Jahr nämlich einen neuen Bus verkaufen können.

Im Tourbus entstand ein legendärer Hit von ACDC: Highway to hell

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Bekennende Busfahrer sind auch die legendären Rocker der australischen Band AC/DC. Einer der größten AC/DC-Hits entstand denn auch passenderweise im Tourbus auf einer der bekanntesten Straßen Australiens: den Eyre Highway, der durch die Nullabor-Wüste führt. Die Rockband legte auf einer Australien-Tournee in den 70er-Jahren die vielen tausend Kilometer von Sydney nach Perth in einem alten Tourbus zurück. Zur Strecke gehörte auch die längste geradeaus führende Straße der Welt, umgeben von Hitze, Sand und wildem Buschland. So entstand der Song „Highway to hell“ über das Leben im Tourbus, der Ewigkeiten bis zum Ziel brauchte.

Die längste Buslinie der Welt verläuft übrigens von Caracas in Venezuela über sage und schreibe 9.660 Kilometer bis nach Buenos Aires in Argentinien. Dabei durchquert man Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile. Betreiber der Linie ist „Expreso Internacional Ormeño“ aus Lima in Peru. Die längste Busreise der Welt unternahm im Jahre 2013 Hans-Peter Christoph, Busfahrer und Gründer des Reiseunternehmens Avanti. Nach neun Monaten und 52.000 Kilometern durch vier Kontinente war für den begeisterten Busfahrer klar, dass es für eine solche Reise keine Alternative zum Reisebus gibt.

Fußballstars werden in Luxusbussen ins Stadion gefahren

Für die hochbezahlten Stars der höchsten deutschen und europäischen Fußball-Ligen ist das Reisen mit dem Bus eine Selbstverständlichkeit. Spieler und Betreuerstab werden vom Flughafen zum Stadion mit dem Bus gebracht, legen kürzere Strecken zu Derbys sogar komplett mit dem Bus zurück, in dem man es wahrlich aushalten kann. Denn die Bundesliga-Stars wie Marco Reus, Thomas Müller oder Julian Draxler nehmen nicht im eng bestuhlten Standardbus Platz. Statt 54 Sitzen verfügen die rund 500 PS starken Luxusbusse meist nur über 36 lederbezogene Sitze, was den Stars fast einen Meter Beinfreiheit beschert.

Damit die Profifußballer nach dem Spiel ihre erschöpften Beine hochlegen können, hat jeder Sitz eine Beinauflage, die auch als Tisch genutzt werden kann. Außerdem gibt es Tische mit Vis-à-vis-Bestuhlung, spezielle Skat-Tische für die Spielnaturen im Team, die auch als Massagebänke genutzt werden können. Störungsfreier Fernseh-Empfang via Satelliten-Schüssel gehört ebenso zum Standard wie eine Hightech-Stereo-Surround-Anlage, passende Monitore, WLAN und Laptop-Anschlüsse an den Sitzen der Trainer für Spielanalysen.

Busreisen sind im Kommen!

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Wer als Nicht-Promi mit einem normalen Fernbus verreist, muss natürlich im Vergleich zu den Stars Einschränkungen beim Komfort und in der Beinfreiheit hinnehmen, aber immerhin haben auch Busse für jedermann in punkto Service einiges mehr zu bieten als andere öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn oder das Flugzeug. Man wird von den meisten Veranstaltern persönlich an Bord begrüßt, das Gepäck wird für einen verstaut, die Sitze sind modern und bequem, die Reservierung ist meist ebenso im Fahrpreis enthalten wie das auch unterwegs recht schnelle WLAN – außerdem sind die Preise natürlich meist unschlagbar günstig.

Der Bus ist gemessen am CO₂-Ausstoß pro Fahrgast das mit Abstand umweltfreundlichste Verkehrsmittel und liegt auch preislich deutlich vor Flügen oder Bahnfahrten. Mit der Bahn kostet beispielsweise die Fahrt von München nach Hamburg regulär mindestens 111,- Euro für die einfache Fahrt, wohingegen ein Platz im klimatisierten Bus mit WLAN schon für neun Euro zu haben ist. Fernbusse bieten außerdem den Vorteil, sich nicht Wochen oder Monate vor der Fahrt auf einen Termin festlegen zu müssen und kommen im Schnitt pünktlicher ans Ziel als andere Verkehrsmittel.