Deutschland tanzt
Sa 26.11.2016, 20:15

Das große Finale

Goldregen! Gehörlose Kassandra Wedel gewinnt für Bayern „Deutschland tanzt“

Glanz, Gänsehaut und Gefühl pur im Finale der ProSieben-Show „Deutschland tanzt“: Kassandra Wedel gewinnt für Bayern! Schon mit ihrem ersten Auftritt nimmt die gehörlose Münchnerin mit einem Tanz im Wasser Deutschland den Atem. Ein heißer Tango sorgte für weitere Begeisterung bei den Zuschauerinnen und Zuschauern in ganz Deutschland – und damit für den Sieg. Kassandra Wedel: „Ich fühle mich wie im Goldregen. Es ist wie bei Frau Holle: Wenn man fleißig war, geht man durch das Tor und wird mit Gold überschüttet. Das ist eine sehr schöne Anerkennung des Publikums und darüber freue ich mich sehr.“

Comedian Oliver Pocher sichert sich mit einem geringen Abstand Platz zwei für Niedersachsen, gefolgt von Fernanda Brandao für Hamburg.

 

So hat Deutschland gewählt:

Platz 1: Bayern – 168 Punkte

Kassandra Wedel legt im Finale nochmal eine Schippe drauf: Die Münchnerin tanzt zunächst mit einer starken Performance im Wasser (Musiktitel: „We Found Love“). Mit ihrem zweiten Auftritt – ein leidenschaftlicher Tango – überzeugt die HipHop-Weltmeisterin Deutschland restlos von sich und holt den Sieg für Bayern (Musiktitel: „Santa Maria“).

Platz 2: Niedersachsen – 160 Punkte

Entertainment pur und als Frau getarnt: Oliver Pocher hing zu Sia („The Greatest“ und Chandelier“ im hautengen Body und mit blonder Langhaar-Perücke am Kronleuchter von der Decke und endete mit einem Cha Cha Cha. In seiner zweiten Performance legte er zu einem 90er Jahre Medley eine solide Boygroup-Performance aufs Tanz-Parkett (Musiktitel: „Everybody“, „Back For Good“, „It’s Alright“, „Step By Step“, „Bye, Bye, Bye“).

Platz 3: Hamburg – 112 Punkte

Apasionada: Fernanda Brandao zündete mit ihrem Temperament die Bühne an und bezirzte das Publikum mit einem Paso Doble (Musiktitel: „Espana Cani“). Zu „Rhythm Nation“ zeigt sie in einer zweiten Performance eine perfekte Commercial-Choreografie im Janet-Jackson-Style.

Platz 4: Hessen – 108 Punkte

„Still Falling For You“: Die zarte Taynara Wolf  hing mit viel Eleganz und perfekter Körperbeherrschung in den Seilen und begeisterte mit einem beeindruckenden Aerial Dance. Anschließend punktete sie für Hessen mit einem hinreißenden und powervollen Cha Cha Cha (Musiktitel: „Can‘t Stop The Feeling“).

Platz 5: Berlin – 72 Punkte

Avelina Boateng zeigte in einem Contemporary-Freestyle eine gefühlvolle und „malerische“ Performance mit viel Farbe (Musiktitel: „Rise Up“). In ihrem zweiten Auftritt bewies die Berlinerin zu „Proud Mary“, dass sie eine Tänzerin durch und durch ist und überzeugte mit einem gekonnten Jive zu Tina Turner.

Platz 6: Baden-Württemberg – 20 Punkte

Klassik und Moderne: Magdalena Brzeska und ihre Tochter Noemi Peschel brillierten in einer Fusion von Breakdance & Ballet (Musiktitel: „Torn“). Mama Magdalena Brzeska zeigte Deutschland anschließend im Paartanz, wie Rumba in Perfektion geht (Musiktitel: „Thinking Out Loud“).

Mission erfüllt. „Ich tanze für alle Gehörlosen dieser Welt und für alle, die anders sind“, sagt die gehörlose Kassandra Wedel vor dem Finale der ProSieben-Show „Deutschland tanzt“.

Und ganz Deutschland – insbesondere die Gehörlosen-Szene – feiert sie. Es tut uns Gehörlosen ganz gut, mit Kassandra mitzufiebern und uns für sie zu freuen. Besonders schön ist auch, dass sie sich mit dem Dolmetscher in der Gebärdensprache authentisch ausdrücken kann“, sagt Helmut Vogel, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.

Mit ihren leidenschaftlichen Auftritten begeistert die HipHop-Weltmeisterin nicht nur die Deutsche Gehörlosenjugend, sondern das ganze Land.

Sie hat getanzt, als würde sie nicht nur den Bass spüren! Dass Gehörlose tanzen können, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber was Kassandra bislang ablieferte, ist unglaublich und authentisch“, sagt Thomas Mitterhuber, Chefredakteur der Deutschen Gehörlosenzeitung.

„Kassandra lebt ein Talent, das sie sich von Kindheit an erarbeitet hat und tanzt als Gehörlose mit der gleichen Professionalität, wie hörende Tänzer: Jede Performance mit viel Sensibilität und Empathie im musikalischen Takt. Das soll ihr einer erst mal nachmachen“, lobt Marc Weigt, gehörloser Chefredakteur Life InSight Verlag. 

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