Peyman Amin

Peyman und Anni auf einer Party

„Ich bin kein Raubkatzen-Dompteur“

Sechs Frauen in einer WG – das bedeutet Stress. Sechs Models in einer WG – da kann nur einer den Überblick behalten: Peyman Amin ist der Herr über „Die Model-WG“ (ab 14. Januar 2010, donnerstags um 20.15 Uhr auf ProSieben). Im Gespräch mit ProSieben.de spricht der erfahrene Model-Experte über seinen Job, die Aufgaben und Pflichten der sechs Bewohnerinnen und betont, wie realistisch die neue ProSieben-Doku ist.

Herr Amin, ist „die Model-WG“ mehr als „Big Brother“ mit schönen Frauen?
Peyman Amin: Auf jeden Fall! In der Dusche haben wir ganz sicher keine Kameras installiert (lacht)! Entscheidend ist, dass sich ein großer Teil der Show gar nicht in der WG abspielt, sondern draußen – dort, wo die Models ihre Aufträge haben. Aber natürlich werden wir auch zeigen, wie sich das Zusammenleben in einer Model-WG gestaltet.

Was genau ist Ihre Aufgabe in dieser WG, sind Sie so eine Art Raubkatzen-Dompteur?

Amin: Ich würde bei den Mädchen nicht zwingend von Raubkatzen sprechen und meine Aufgabe besteht auch nicht darin, sie zu bändigen. Wenn sie beim Shooting, bei der Produktion oder auf dem Laufsteg einen guten Job machen, dann haben sie bei mir ihr Soll allemal erfüllt. Aber es stimmt – die eine oder andere schlägt auch mal über die Stränge. Deshalb gibt es ein paar Regeln, an die sich alle halten sollten.

Z. B.?

Amin: Die wichtigste Regel lautet „Wer nicht arbeitet, der muss seine Sachen packen und die WG verlassen!“. Wenn ein Model nicht arbeitet, dann kann es die Miete für die WG nicht aufbringen. Das ist die harte Realität.
Die zweite Regel besagt, dass Ordnung die halbe Miete ist. Eine WG muss ordentlich sein, wenn das Zusammenleben funktionieren und man sich dort wohl fühlen soll. In einem Saustall geht das kaum, niemand kann sich unter solchen Bedingungen auf anstehende Jobs vorbereiten.
Und drittens müssen die Mädchen spätestens um 22 Uhr zuhause sein. Bis drei Uhr morgens auf die Piste gehen und dann beim Nachhausekommen möglicherweise die anderen aufwecken, das wäre ein Unding.

Hat die WG Chancen auf einen Platz in „Schöner Wohnen“?

Amin: Uns war wichtig, dass die WG genügend Platz bietet, um problemlos mit einem Kamerateam durchlaufen zu können (lacht). Müssten die sechs Models auf 50 Quadratmetern hausen, dann wäre das Chaos vorprogrammiert.
Hundert Quadratmeter sollten es mindestens sein, wobei unsere WG zugegebenermaßen knapp vierhundert Quadratmeter hat. Das ist aber auch das einzige, das nicht unbedingt der Realität entspricht.

Entscheiden sich Models häufig für eine WG?

Amin: Ja, klar – allein schon aus Kostengründen! So ist die Miete natürlich viel günstiger, als wenn man sich alleine eine Wohnung anmieten würde. Nehmen wir den Fall an, dass ein Model für eine Woche nach New York muss. Dann kann der Model-Agent ein anderes Mädchen für die WG suchen, das für diesen Zeitraum die Miete übernimmt. Im Übrigen ist es auch nicht so, dass man sich tagtäglich nur in den Haaren liegt und fetzt. Im Gegenteil entstehen häufig sogar große Freundschaften.

Womit wir bei der Charakterfrage wären. Nach welchen Kriterien wurden die Models ausgewählt?

Amin: Ich rede nicht um den heißen Brei herum: Natürlich hat man unterschiedliche Charaktere ausgesucht, um die Dramaturgie spannend zu halten. Aber nicht nur das: Generell muss die Mischung stimmen, damit die Kunden unterschiedliche Typen zur Auswahl haben.
Für einen realistischen Blick hinter die Kulissen braucht man diese unterschiedlichen Charaktere auch. In der Realität wird es wohl auch eher selten passieren, dass man in einer WG sechs blonde, schwedische Models hat. 


Interview: Andreas Kötter

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