100 Sekunden: Amazon-Streik

Der Horror vor Weihnachten: Berge von Geschenken, alle im Internet bestellt, und nichts kommt an. Kein unrealistisches Szenario, denn beim größten Online-Händler in Deutschland wird heute gestreikt. Und die Gewerkschaft droht: das könnte auch in den kommenden Wochen immer wieder vorkommen. Was droht Kunden, die für Weihnachten online bestellen? Und wie bekommt man trotz Streik sicher seine Geschenke? Dazu unsere 100 Sekunden.

100 Sekunden Amazon Streik

Betroffen von den Streiks ist Amazon vor allem in seinem zentralen Verteilzentrum in Bad Hersfeld.
Bleiben Pakete jetzt liegen?
Die Gewerkschaft will gezielt das Weihnachtsgeschäft stören. Amazon beschäftigt deutschlandweit in seinen Auslieferungszentren 9.000 Mitarbeiter, plus 14.000 Saisonarbeiter im Vorweihnachtsgeschäft. Nur 150 Mitarbeiter haben heute gestreikt. Das bedeutet: die meisten Pakete werden regulär ausgeliefert. Das könnte sich aber ändern, wenn die Gewerkschaft in den nächsten Wochen noch mehr und länger streiken lässt.
Warum gibt es Streik? 
Verdi bezeichnet das Unternehmen als „Lohndrücker“ und fordert eine Erhöhung des Stundenlohns für Lagerarbeiter auf knapp 12 Euro. Das sei das übliche Niveau für den Versandhandel. Amazon zahlt bisher etwa zwei Euro weniger und argumentiert, man sei kein Versandhändler, sondern ein Logistik-Unternehmen. In der Logistik sei der Stundenlohn niedriger als beim Versandhandel. Zudem zahle Amazon höhere Löhne  als andere vergleichbare Unternehmen.
Was kann ich als Kunde tun?
Wer in den nächsten zwei Wochen seine Weihnachtsgeschenke bestellt, kann praktisch sicher sein, dass trotz Streik alles ankommt. Wer allerdings wenige Tage vor dem Fest ordert, hat dieses Jahr ein erhöhtes Risiko, dass seine Bestellungen im Streik hängen bleiben. Amazon hat angekündigt, sein gesamtes europäisches Logistik-Netz zu benutzen, um Streik-Standorte zu umgehen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte aber entweder früh bestellen, auf andere Online-Anbieter ausweichen oder im Laden kaufen.

Kommentare