Donnerstag, 26.09.2013

100 Sekunden: Erdbeben-Insel

Ungewöhnliches Natur-Schauspiel in Asien: Innerhalb einer halben Stunde ist im indischen Ozean eine Insel entstanden. Was normalerweise Tausende oder Millionen Jahre dauert, passierte wie im Zeitraffer. Wie ist das möglich? Die neue Insel lockt bereits neugierige Besucher und Wissenschaftler an. Wie kann sich so schnell eine Insel bilden? 

Die jüngste Insel der Welt. Ein paar Hundert Meter vor der Küste Pakistans.

Wie ist die Insel entstanden?
Sie ist eine Folge des Erdbebens, das den Südwesten Pakistans vor wenigen Tagen erschütterte. Vor der Hafenstadt Gwadar hob sich durch Erdplatten-Verschiebungen der Ozeanboden. Das Zentrum des Bebens lag tief unter der Erdoberfläche und drückte den Meeresgrund etwa 20 Meter nach oben. Da das Wasser vor der Küste seicht ist, brachte die Verschiebung eine Boden-Erhebung an die Oberfläche, die bisher unter Wasser gelegen hatte.

Ist das eine normale Insel?
Ja, denn Inseln sind nichts anderes als aus dem Meer ragende Erhebungen. Doch es ist keine gewöhnliche Insel. Ihrer teils steinigen,  teils schlammigen und mit Muscheln übersäten Oberfläche sieht man an, dass sie kürzlich noch unter Wasser lag. Die Insel ist knapp 100 Meter lang. Wissenschaftler haben Methan-Quellen entdeckt. Das Gas blubbert an die Oberfläche. Hält man ein Feuerzeug dran, brennt das Methan ab.

Gab es so etwas schon mal?
100 Kilometer östlich der jetzigen Stelle ist 1945 schon mal eine Insel aus dem Meer aufgestiegen, ebenfalls als Folge eines Erdbebens. Inseln entstehen auch durch Unterwasser-Vulkane. Wenn die Vulkane am Meeresboden ausbrechen, können sich durch Magma-Aufschüttungen  Insel bilden. Die griechische Ferieninsel Santorini in der Ägäis ist vor 200.000 Jahren durch Vulkanausbrüche entstanden. Ihre schwarzen Strände sind pulverisiertes Lava-Gestein.

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