100 Sekunden: Finderlohn

Spektakulärer Fund: Ein 20 jähriger Bergsteiger hat auf dem Mont Blanc einen Juwelenschatz im Wert von schätzungsweise knapp einer viertel Million Euro gefunden.
Falls der rechtmäßige Besitzer nicht gefunden wird, darf der Glückspilz den Schatz wohl größtenteils behalten. Wie sieht das aber bei uns aus? Was steht mir zu, wenn ich was finde.

Ist Finderlohn gesetzlich geregelt?
Ja. In Deutschland ist Finderlohn im Bürgerlichen Gesetzbuch Paragraph 971 festgelegt. Jede Fundsache über einem Wert von 10 Euro muss man laut Gesetz bei der zuständigen Behörde abgeben.
Bei einem Wert bis zu 500 Euro steht dem Finder eine Belohnung von 5% des Wertes zu. Ist das bei einem Fundstück mehr als 500 Euro gibt‘s 25 Euro. Plus nochmals 3% auf den Wert, der über die 500 Euro hinausgeht.
Eine Ausnahme gibt’s jedoch. Findet man was in öffentlichen Verkehrsmitteln oder öffentlichen Gebäuden. Gibt’s nur die Hälfte des normalen Finderlohns. Aber auch nur dann, wenn der Gegenstand mehr als 50 Euro wert ist. Ansonsten gibt’s überhaupt nichts. 
Generell gilt: Wurde nach sechs Monaten kein Besitzer ausfindig gemacht, darf der Finder die Fundsache behalten.

Für was gibt’s Finderlohn?
Eigentlich für alle Dinge, die man findet. Skurril: Sogar für entlaufene Tiere hat der Gesetzgeber einen Finderlohn von 3% des Werts des Tieres festgesetzt. Bei Gegenständen, die nur einen geringen materiellen Wert haben, wie einem Schlüssel oder einem Ausweis, steht es dem Eigentümer frei was er dem Finder gibt.

Kann man als ehrlicher Finder reich werden?
Ja, denn Ehrlichkeit zahlt sich aus. Wie zum Beispiel beim amerikanischen Obdachlosen Glen James. Der fand diesen Monat einen Rucksack mit über 40.000 Dollar. Weil er den Fund zurückgab, hat der eigentliche Besitzer eine Spendenaktion für Glen gestartet. Stand heute: 147.000 Dollar. Die Zeiten als Obdachloser sind für Glen James damit vorbei. 

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