100 Sekunden: Kobalt in Mexico

Es ist ein spektakuläres Verbrechen: In Mexiko haben Diebe einen Lastwagen mir hoch-radioaktivem Kobalt gestohlen. Was sich hinter dem rätselhaften Stoff verbirgt und warum Kobalt so gefährlich ist – erfahrt Ihr in 100 Sekunden.

Hier lauert die Gefahr. In einem Dorf bei Mexico City hat die Polizei gestern radioktives Diebesgut sichergestellt. Die Diebe wollten eigentlich Altmetall stehlen. Tatsächlich haben sie aber einen Behälter mit einem der giftigsten Stoffe der Welt erbeutet: Kobalt 60.
Das gefährliche wird in der Krebstherapie in Krankenhäusern eingesetzt. Als so ein Tele-Kobalt-Gerät in Mexico in ein Atommüll-Lager gebracht werden soll, überwältigen Unbekannte den Fahrer und stehlen den Laster. Den Behälter mit der gefährlichen Ladung öffnen sie und lassen ihn zurück.
Auch das ist Kobalt. Ein Metall, mit dem man Glas herstellt. Seit Jahrhunderten benutzen es Glasbläser als Farbstoff zum Beispiel für die Farbe Kobalt-Blau. Normales Kobalt ist relativ harmlos, nur eine bestimmte Variante, das Kobalt 60 ist radioaktiv. Kobalt klingt übrigens nicht nur so, es kommt tatsächlich von „Kobold“. Bergleute glaubten früher, Kobolde hätten ihnen das harte Kobaltmetall in den Weg gelegt. In den Dreißiger-Jahren haben Atomforscher die gefährliche Variante Kobalt 60 entdeckt.
Denn Kobalt 60 ist besonders tückisch. Es sendet Gammastrahlen aus - unsichtbare elektromagnetische Wellen. Sie durchdringen anders als andere radioaktive Strahlen auch die menschliche Haut. Tief im Körper dringen sie in die Zellen ein und schädigen dort die DNA, das Erbgut. Die Folge: Die Zellen können sich nicht mehr normal vermehren.
Deshalb war der Diebstahl in Mexico für die Täter wohl ein tödlicher Irrtum. Sollten sie wirklich mit dem Kobalt in Kontakt gekommen sein, haben sie nur noch wenige Tage zu leben.

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