Dienstag, 03.09.2013

100 Sekunden: Lebendig für tot erklärt

Was nach Horrorfilm klingt ist gestern tatsächlich passiert: Eine Frau wurde nach einem Verkehrsunfall bei Hamburg als klinisch tot in einem Transportsarg abtransportiert und erst auf dem Weg zur Pathologie fiel dem Bestatter auf, dass die Frau noch lebt! Wie ist das Horrorszenario möglich, dass man mitten in Deutschland lebendig in einem Sarg liegt. Die Antwort jetzt in unseren 100 Sekunden:

100 Sekunden: Lebendig für tot erklärt

Wie konnte das passieren?
Nach Aussagen der Klinik haben Notärzte vor Ort die angeblich Tote untersucht und keine Lebenszeichen festgestellt. Die Rettungskräfte haben an der Unfallstelle ein EKG erstellt und bei der 72-Jährigen Herzstillstand diagnostiziert. Darum und aufgrund der sehr schweren Kopfverletzungen ist die Frau als klinisch tot eingeschätzt worden. Am Unfallort waren zudem fünf weitere Schwerverletzte und zwei Todesopfer – das Rettungsteam hat sich nach seiner falschen Todeseinschätzung aus Prioritätsgründen um die anderen Verletzten gekümmert.

Wann wird man für tot erklärt?
Eine Todesbescheinigung kann nur ein Arzt ausstellen. Dabei muss mindestens eines von fünf Kriterien zutreffen: Totenflecken, Totenstarre, Fäulnis, nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen oder der Hirntod. Allein das Fehlen von Atmung und Puls reicht also nicht aus. Trotz der klaren Kriterien kommt es immer wieder zu falschen Todeserklärungen. 
Bei einem Autounfall führen meist die nicht überlebensfähigen Verletzungen zur Todeserklärung oder die Totenflecken, die bereits nach 20-60 Minuten eintreten. Erst nach Ausstellung der Todesbescheinigung sind Bestatter berechtigt, den Toten im Sarg abzutransportieren.

Wie steht es um die Betroffene?
Die 72-Jährige liegt auf einer Intensivstation in der Nähe von Kiel. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie überlebt schätzen die Ärzte aufgrund ihrer schwerwiegenden Kopfverletzungen leider sehr gering ein.

Fehldiagnose: Tod

100 Sekunden: Lebendig für tot erklärt

Was nach Horrorfilm klingt ist gestern tatsächlich passiert: Eine Frau wurde nach einem Verkehrsunfall bei Hamburg für klinisch tot erklärt und in einem Transportsarg abtransportiert. Erst auf dem Weg zur Pathologie fiel dem Bestatter auf, dass di...

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