Montag, 14.10.2013

100 Sekunden: Limburger Bischof

Showdown in Rom. Die Forderungen nach dem Rücktritt des Limburger Bischof Tebartz-van Elst werden angesichts der Kostenexplosion seines Bischofsitzes immer lauter.
Der Bischof ist heute in Rom, um sich beim Papst persönlich zu rechtfertigen.  Ob man ein Bischof überhaupt feuern kann? Und was ein Bischof so an Bezügen bekommt? Die Antworten in 100 Sekunden…

100 Sekunden - Limburger Bischof

Kann ein Bischof gefeuert werden?
Ja! Allerdings kann das nur der Papst höchstpersönlich. Bischöfe sind von Haus aus erst einmal unbefristet im Amt. Eine Amtsenthebung ist die Ausnahme und nur möglich, wenn der Betroffene durch sein Verhalten der Kirche schweren Schaden zugefügt hat.
Einfach selbst zurücktreten kann der Bischof nicht. Er kann dem Papst nur den Amtsverzicht anbieten und ihm dann die Entscheidung überlassen.

Was steht einem Bischof bei einem Amtsverlust zu?
In der Regel bietet ein Bischof mit 75 Jahren seinen Rücktritt an – also quasi im Rentenalter. Dann bekommt ein sogenanntes Ruhegehalt.
Für den Limburger Bischof Tebartz van Elst wären das einer Studie nach 71 Prozent  seines Gehaltes von über 8600 Euro – macht etwa 6200 Euro monatlich. Dieses Ruhegehalt finanziert sich aber nicht durch die Kirchensteuer, sondern der Staat bezahlt – und damit alle Steuerzahler. Da Tebartz van-Elst erst 53 Jahre alt ist, wird er das volle Ruhegehalt allerdings noch nicht bekommen. Wird er vom Papst in Rom seines Amtes enthoben, muss er damit rechnen in ein niedrigeres Kirchenamt versetzt zu werden – ohne üppiges Bischofsgehalt vom deutschen Staat. Den Titel „Bischof“ behält er trotzdem (bis an sein Lebensende.)

Gab es bereits ähnliche Fälle?
Ja. Für Schlagzeilen sorgte im Jahr 2010 der Fall des Augsburger Bischofs Walter Mixa. Frühere Heimkinder hatten ihm körperlichen Missbrauch vorgeworfen. Am Ende bot er seinen Rücktritt an und Papst Benedikt XVI akzeptierte. Mittlerweile arbeitet Mixa für den wieder für den Vatikan.
Wie es mit Bischof Tebartz van-Elst weitergeht, muss jetzt Papst Franziskus zu entscheiden

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