100 Sekunden: Most Wanted List

Cyberkriminalität ist für den Staat teurer als die Bekämpfung von Kokain, Heroin und Marihuana zusammen. Deshalb landen immer mehr Cyberkriminelle auf der Most Wanted Liste des FBI. 

100 Sekunden - Most Wanted List

Was ist die Geschichte hinter der Most Wanted List?
1949 schrieb ein Journalist einen Artikel über die „härtesten Kerle“ nach denen das FBI fahndete. Die Story fand reißenden Absatz und so entschied das FBI selber eine Liste mit den meistgesuchten Verbrechern zu führen. Am 14. März 1950 erschien zum ersten Mal die Liste mit den 10 meistgesuchten Flüchtlingen. Es waren vor allem Bankräuber und Autodiebe. 1968 kam die erste Frau dazu. Ruth Eisemann-Schier – unter anderem gesucht wegen Entführung und Erpressung. Nach den Anschlägen vom 11. September  2001wurde eine separate Liste für Terroristen angelegt. Inzwischen gibt es noch mehr Listen, unter anderem auch eine nur für Cyberkriminelle.

Ab wann landen Verbrecher auf der Liste?
Wird ein Platz auf der Liste frei, nominieren die 56 lokalen FBI Büros die Kriminellen. Sie reichen Namen, Fotos und Vorstrafenregister ein. Daraufhin entscheiden Beamten aus zwei verschiedenen Behörden wer nachrückt. Aufnahmekriterien gibt es zwei: Der Verbrecher muss eine Bedrohung für die Gesellschaft sein und die öffentliche Fahndung muss die Wahrscheinlichkeit der Verhaftung erhöhen. Wer einmal auf der Liste steht, kommt nur durch Tod, Verhaftung oder in den seltensten Fällen, wenn seine Unschuld bewiesen wird wieder runter.

Gibt es solche Listen auch bei uns?
Nein! Weder das BKA noch die Polizei haben Most Wanted Listen. Öffentliche Fahndungen gibt es aber trotzdem. Nach wem öffentlich gesucht werden darf, kann nur ein Richter, in dringenden Fällen auch die Staatsanwaltschaft entscheiden. 

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