Sonntag, 08.09.2013

100 Sekunden: Mumie

Ein Junge aus Diepholz findet auf dem Dachboden seiner Oma eine echte Mumie! Angeblich ist sie rund 2000 Jahre alt. Doch wie entsteht eigentlich ein Mumie und welche Rolle spielen Mumien auch heute noch? Mehr dazu in unseren 100 Sekunden!

Was ist eigentlich eine Mumie?
Eine Mumie ist eine Leiche, die nicht verwest ist. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie aus einem Toten eine Mumie wird. Zum einen kann der Körper auf natürliche Weise konserviert werden, wenn kein Sauerstoff an ihn gelangt – beispielsweise im Moor. Auf der anderen Seite kann man einem Toten auch bewusst Flüssigkeit entziehen und ihn auf diese Weise mumifizieren. Im alten Ägypten entfernte man bei der Mumifizierung sogar die Organe der Toten, stopfte die Körper aus und umwickelte sie mit Bandagen.

Welche Mumien sorgten bisher für Aufsehen?
Die wohl berühmteste Mumie ist die des ägyptischen Pharaos Tut-Ench-Amun -  nicht zuletzt wegen der sehr kostbaren Grabbeigaben. Auch die Gletschermumie Ötzi, die 1991 in Südtirol von einem Bergsteiger zufällig entdeckt wurde, beschäftigt die Wissenschaftler bis heute. Denn durch das Eis des Gletschers war die Mumie so gut erhalten, dass sogar die letzten Lebenstage der circa 5.000 Jahre alten Leiche rekonstruiert werden konnten. In Deutschland für Aufsehen gesorgt hat die Moorleiche von Windeby.  Sie stammt aus der Eisenzeit und ist ungefähr 2.000 Jahre alt.

Welche Rolle spielen Mumien heute?
Mumien sind vor allem ein Touristenmagnet. Museen widmen ihnen ganze Ausstellungen. Forscher versuchen zudem Hintergründe über das Leben der Konservierten zu bekommen. Manchen Mumien kann man noch Blut entnehmen und daraus wertvolle Rückschlüsse ziehen. So lassen sich unter anderem Todesursachen klären. Auch Gesichtsrekonstruktionen sind mit der neuesten Technik möglich. In den USA kann man sogar sein Haustier mumifizieren oder sich selbst nach dem Tod einbalsamieren lassen.

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