Donnerstag, 19.09.2013

100 Sekunden: Self-Tracking

Morgen ist es soweit, das neue iPhone kommt auf den Markt. Doch 2 Features sorgen bereits im Vorfeld für Diskussionen: das Smartphone nimmt nicht nur ihren Fingerabdruck, der neue „Motion Coprozessor“ registriert alle Bewegungen. So weiß das Telefon immer in welcher Art und Weise wir uns gerade fortbewegen.
Was Datenschützer weltweit auf den Plan ruft ist für andere unverzichtbarer Teil ihres Lebens geworden: „Self Tracker“ nennen sich diese Leute. Welche absurden Formen das annimmt - in unseren 100 Sekunden.

Was ist „Self-Tracking“?
Was früher im Tagebuch stand übernehmen heute Hightech Produkte, wie Smartphones. Viele Fitness Anwendungen die Laufverhalten und Pulsdaten auswerten gibt es schon, doch die sogenannten Selbstvermesser gehen jetzt einen Schritt weiter. Mit einem Stirnband überwachen sie ihren Schlaf, mit einem Sensor ihre Sitzhaltung und mit einem Chip ihre Kaubewegungen oder den Gesundheitszustand ihres Hundes. Mit Apps verfolgen sie ihren Schwangerschaftszyklus, registrieren ihre Stimmung, wie viele Seiten sie vor dem Schlafen gelesen habe oder wie viele Stunden sie wirklich gearbeitet haben.

Aber warum machen die „Self-Tracker“ das?
Selbstoptimierer glauben durch die dauerhafte Datenerfassung und die Sichtbarkeit ihres Erfolges ihre Leistung zu steigern,  Zeit zu sparen oder die Schlafdauer herabsenken zu können. So soll das „Tracken“ ihre Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit fördern. Auch Unternehmen, wie Pharmakonzerne, Krankenkassen und Werbeagenturen haben Interesse an den Daten und zahlen dafür viel Geld. Daher ist Vorsicht geboten.

Was sind die Risiken des „Trackens“?
Kritiker warnen vor dieser permanenten Überwachung. Wer seine Ergebnisse in sozialen Netzwerken teilt, kann die Nutzungsrechte an seinen Daten verlieren. Diese also am besten gar nicht ins Internet stellen. Achtung selbst im „Ruhezustand“ sammelt das neue iPhone jetzt Bewegungsinformationen, die über das bekannte GPS Tracking hinausgehen. Am besten das Motion Tracking ganz deaktivieren. Wer weiß schon wo unsere Daten am Ende wirklich landen.

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