Mittwoch, 28.08.2013

100 Sekunden: Syrien

Während die UN-Inspekteure noch die Giftgasattacke gegen Syriens Bevölkerung untersuchen, planen Natomitglieder schon einen Militäreinsatz  gegen das Regime von Assad. Doch wie kann ein Schlag gegen den Machthaber aussehen, ohne  weitere Todesopfer unter den Zivilisten zu fordern?

Wie könnte ein Militärschlag aussehen?

Obama erwägt einen Kurzkrieg von höchstens zwei Tagen. Die USA haben vier Zerstörer im Mittelmeer stationiert. Auf ihnen sind 400 Lenkraketen vom Typ Tomahawk. Sie haben eine Reichweite von 2500 Kilometern und könnten gezielt die Militäranlagen und Waffenbunker Syriens angreifen. Außerdem sollen amerikanische  F16-Kampfjets Präzisionsraketen abschießen. Von Zypern aus könnten die Briten Tornado-Kampfjets in Richtung Damaskus starten und Marschflugkörper vom Typ Storm Shadows abwerfen.

Wie funktioniert eine Lenkrakete?

Etwa die Tomahawk – Lenkrakete ist eigentlich keine Rakete, sondern quasi ein düsengetriebenes „Flugzeug“ ohne Pilot.  Sie ist fünfeinhalb Meter lang und wiegt mehr als eine Tonne. Eine Lenkrakete kostet bis zu 750 000 Euro. Sie übernimmt die Aufgaben bemannter Bomber. 880 Kilometer pro Stunde schnell - fliegt sie - ohne Risiko für einen Piloten - manchmal nur 30 Meter über dem Boden, ins feindliche Gebiet. Hindernissen kann der Flugkörper dank Radar und GPS selbstständig ausweichen. Und auch das Ziel lässt sich dadurch noch während des Flugs ändern.

Lassen sich mit diesen Waffen zivile Opfer vermeiden?

Die modernen Tomahawks haben eine Treffgenauigkeit von 15 Metern. Wenn eine Tomahawk-Lenkrakete allerdings einen der Sicherheitsbehälter mit Giftgas zerstört, wäre die gesamte Umgebung kilometerweit verseucht.

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