Montag, 16.09.2013

100 Sekunden: Tierische Verbrechensbekämpfer

Sie heißen Derrick oder Magnum und arbeiten bald für die niederländische Polizei.  Die Rede ist von Ratten. Die sollen demnächst eingesetzt werden um Verbrechen nachzuweisen. Aber wie machen die das? Und welchen anderen tierischen Verbrechensbekämpfer gibt es noch?  Mehr dazu in unseren 100 Sekunden.

Warum können Ratten Drogen erschnüffeln?
Wer mit einer Pistole geschossen hat trägt Schmauchspuren. Wer mit Drogen hantiert, trägt ebenfalls Rückstände am Körper. Bisher mussten diese aufwendig im Labor nachgewiesen werden.
Das sollen Ratten jetzt schneller können. Der Grund: Die Nager besitzen mehr als 1000 Rezeptoren die für die Wahrnehmung von Gerüchen zuständig sind. Zum Vergleich: Ein Hund hat 900, ein Mensch nur 380 Rezeptoren.

Warum setzt die Polizei auf Ratten?
Ratten sind günstig im Unterhalt. Und sie liefern schnelle Ergebnisse. Die Gesetze in den Niederlanden verbieten es, Verdächtige länger als sechs Stunden festzuhalten. Oft mussten sie wieder freigelassen werden, weil die Labortests zu lange dauerten. Durch die Ratten kann man Verdächtige jetzt schneller dingfest machen.

Welche tierischen Verbrechenshelfer gibt es noch?
Kroatische Forscher haben Bienen darauf trainiert, den Geruch von TNT zu erschnüffeln. Auch wenn sie nur über 170 Geruchsrezeptoren verfügen, liegt ihr Vorteil klar auf der Hand: Sie erschnüffeln Sprengstoff im Flug. Lernen tun sie es, indem Forscher sie in ein Zelt mit sprengstoffumhüllter Nahrung sperren und sie so konditionieren.
Auch die US-Armee hat sich tierische Unterstützung gesichert: Seelöwen. Sie spüren Minen auf. Wie machen die das? Mit einem Haken in der Schnauze nähern sie sich einer Mine am Meeresgrund. Unten angekommen, klinken sie den mit einem Seil verbundenen Haken ein und markieren so die Mine. Ihre menschlichen Kollegen wissen nun, wo Gefahr droht und können die Sprengladung entschärfen. 

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