Mittwoch, 21.08.2013

100 Sekunden: Totgearbeitet

Ein deutscher Student stirbt während seines Praktikums in England. Er soll sich dort bei einer Investmentfirma „totgearbeitet“ haben. Kann man sich wirklich tot arbeiten und was wird in Deutschland getan um das zu verhindern? Das jetzt in 100 Sekunden.

Der 21-jährige Moritz Erhardt will mit einem Praktikum bei einer Londoner Investmentbank durchstarten. Vor wenigen Tagen wird er jedoch leblos in seinem Wohnheim gefunden. In einer britischen Tageszeitung heißt es, er habe 3 Nächte durchgearbeitet und sei wegen Schlafmangels und Überarbeitung gestorben.

Kann man sich totarbeiten?

Moritz‘ Todesursache ist bislang nicht bestätigt. Aber man kann tatsächlich durch Überarbeitung sterben! Schlafmangel kann zu Herzinfarkten, Gehirnblutungen und Schlaganfällen führen und damit zum Tod. Laut einer Studie reichen bereits 6 Nächte mit je nur 4 Stunden Schlaf, um unsere Blutwerte enorm zu verschlechtern.

In Japan sterben jährlich sogar 150 Menschen an Überarbeitung. Für den Tod wegen nächtlicher Überstunden gibt es dort sogar einen Ausdruck: „Karoshi“ [Karoschi].

Die Investmentbranche ist für lange Arbeitszeiten und viele Überstunden bekannt. Bei der Investmentbank in London verdienen Praktikanten gut 3100 Euro monatlich. Allerdings scheint es dort auch üblich zu sein, dass Praktikanten dafür komplett durcharbeiten. Ein gefährliches Spiel mit der Motivation junger Studenten wie Moritz…

Wie sieht es arbeitsrechtlich in Deutschland aus?

Laut Arbeitszeitgesetz darf ein Arbeitstag nicht länger als 8 Stunden dauern und dem Arbeitnehmer steht anschließend eine 11-stündige Ruhepause zu. Überstunden sind möglich, wenn sie innerhalb eines halben Jahres wieder abgebaut werden. Natürlich gibt es zahlreiche Ausnahmen. In Deutschland ist bislang aber kein Todesfall durch Überarbeitung bekannt.

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