Montag, 21. 10. 2013

100 Sekunden: Waffen

Heute hat die EU-Kommission in Brüssel einen Vorschlag zur Verschärfung der Waffengesetze in Europa vorgelegt. Was es damit auf sich hat und wie die Lage in Deutschland ist, alles in 100 Sekunden.

100 Sekunden - Waffen

Warum werden strengere Waffengesetze gefordert?
Jährlich sterben EU-weit über 1000 Menschen durch Schusswaffen. Eine halbe Million Waffen gelten offiziell als verschwunden. Sie wurden geklaut oder sogar verloren. 80 Millionen Waffen sind derzeit registriert, die Dunkelziffer liegt weit höher.
Sogar militärische Waffen haben ihren Weg in die EU gefunden. Seit Mitte der 90er gelangen sie über den ehemaligen Ostblock und den Balkan zu uns. Durch aktuelle Krisenherde wie in Ägypten könnte der Waffenschmuggel ebenfalls begünstigt werden.

Wie sieht es in Deutschland aus?
Etwa jeder Dritte besitzt eine Waffe und damit liegen wir EU-weit auf Platz 5. Zwar sinkt die Anzahl registrierter Waffen, allerdings dürften immer noch 25 Millionen illegale Schusswaffen im Umlauf sein.
Seit Januar wird erstmals das Strafregister mit-überprüft, wenn jemand einen Waffenschein beantragt. Trotzdem sterben jährlich etwa 150 Deutsche durch Schusswaffen.

Welche Waffengesetze sollen genau verschärft werden?
Die unterschiedlichen Gesetze der EU-Staaten sollen vereinheitlicht werden. Während eine Privatperson in Großbritannien praktisch keine Waffe besitzen darf, ist in Tschechien nicht mal ein psychologisches Gutachten für den Waffenschein nötig.
Die Gefahr: Straftäter weichen beim Waffenkauf auf Länder mit lockeren Gesetzen aus.
Auch der Zugang zu halbautomatischen Waffen soll eingeschränkt werden. Momentan sind Waffen und Munition übers Internet erhältlich – die EU-Kommission will das verbieten.
Biometrische Sensoren in den Waffen könnten laut der Kommission die Sicherheit steigern. Solche Waffen kann nur der rechtmäßige Besitzer abfeuern.

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