Rechtsirrtümer Shopping

Rechtsirrtümer Shopping

Shopping – ein großes Vergnügen für viele und größter Wirtschaftsfaktor in unserer Welt. Aus rechtlicher Sicht betrachtet ist jeder einzelne Einkauf nichts anderes als der Abschluss eines Kaufvertrags. Aber wann ist der gültig, wann nicht und unter welchen Umständen kann er wieder aufgelöst werden? Schon erstaunlich, wie viel Halbwissen und Nichtwissen grassiert! Galileo klärt die fünf größten Rechtsirrtümer aus dem Bereich Shopping auf.

Gilt immer der Preis auf dem Etikett?

Nein! Was auf dem Preisschild steht, ist nur ein unverbindliches Angebot des Geschäfts. Rechtsverbindlich ist der Preis, der an der Kasse aufgerufen wird. Sobald der Kunde diesem Preis zustimmt und bezahlt, kommt der Kaufvertrag zustande. Der Kunde kann aber auch ablehnen oder mit dem Geschäft verhandeln. In der Praxis zeigen sich Geschäfte oft kulant, wenn etwas falsch ausgepreist wurde, und lassen mit sich reden.

Gibt es ein allgemeines 14-tägiges Rückgaberecht?

Nein! Es gibt kein Gesetz, das Geschäfte zwingt, verkaufte Ware wieder zurückzunehmen. Gekauft ist gekauft, nur weil etwas nicht gefällt oder nicht gebraucht wird, kann man es nicht zurück geben. In der Praxis allerdings gewähren sehr viele Läden ein Umtauschrecht, oft sogar länger als zwei Wochen, zuletzt gab Ikea bekannt, dass man dort alles zurück bringen kann, egal, wann es gekauft wurde.

Das 14-tägige Rückgaberecht hat man nur, wenn man etwas nicht vor Ort im Geschäft gekauft hat. Das heißt, bei Katalogbestellungen, Online-Einkäufen und so genannten Haustürgeschäften kann man die Ware tatsächlich innerhalb von zwei Wochen zurück geben.

Ist reduzierte Ware immer vom Umtausch ausgeschlossen?

Nein! Wenn die Ware einen Mangel aufweist, dann kann man sie immer zurück geben. Dann gilt nämlich das Gewährleistungsrecht. Das Geschäft muss die Ware entweder reparieren oder eben umtauschen. Und das sogar zwei Jahre lang. Voraussetzung ist natürlich, dass der Mangel beim Kauf bereits existierte.

Ansonsten können Geschäfte, die freiwillig ein Umtauschrecht gewähren, natürlich auch festlegen, dass ihre reduzierte Ware nicht umgetauscht werden kann. Ein Recht auf Rückgabe gibt es ganz grundsätzlich nur, wenn es um Gewährleistung geht.

Kann man Ware nur mit Kassenbon zurück geben?

Nein. Sonst müsste man ja für alles, was man kauft, den Kassenzettel aufheben. Man muss lediglich nachweisen, dass man die Ware tatsächlich im Geschäft gekauft hat. Das kann über einen EC-Karten- oder Kreditkartenbeleg geschehen, über einen Zeugen oder eine Zeugin, die beim Einkauf dabei war, oder das Geschäft bietet sogar an, eine Kopie des Kassenbelegs im Computersystem herauszusuchen. Auch die Originalverpackung muss man nicht aufheben.

Gibt es ein Recht auf Taschendurchsuchung?

Nein. Die Tasche gehört zur Privatsphäre, und die ist heilig. Niemand hat das Recht, die Tasche eines Kunden zu durchsuchen, weder Verkäufer, noch Ladendetektive. Die Angestellten können natürlich freundlich danach fragen, ob sie mal in eine Tasche schauen dürfen. Aber wenn der Kunde das nicht will, dann müssen sie das respektieren. Nur wenn ein dringender Tatverdacht wegen Ladendiebstahls besteht, haben die Angestellten das so genannte „Jedermannsrecht“, den Kunden festzuhalten, bis die Polizei eintrifft. Und sogar die Polizei hat nicht das Recht, die Tasche zu durchsuchen. Wenn der Kunde sich weiterhin verweigert, brauchen die Beamten einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss.

Links zu den Drehorten:
Slowmo
Globus Baumarkt Berlin-Lichtenberg

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