Bild Geschichte - Zottelsoldat

Bild Geschichte - Zottelsoldat

Seit einiger Zeit findet man im Netz Bilder von Männern in zotteligen Anzügen. „Zottelsoldaten“ titeln viele Onlineartikel.

Wir haben recherchiert und herausgefunden: Hinter dem skurrilen Look steckt eine Spezialeinheit der Bundeswehr.

Und was da so ulkig aussieht, hat einen wichtigen Hintergrund. Der Anzug hilft den Truppenmitgliedern, sich in gefährlichen Missionen zu schützen. Es ist ein Tarnanzug.

Wir zeigen die verschiedenen Arten der Tarnung, testen sie in Action und erklären woher Tarnung überhaupt kommt.

Interview mit der Redakteurin:

Wieso dieses Thema?
Seit kurzer Zeit kursieren Bilder von Männern in ominösen Zottelanzügen im Internet. Gemeinsam haben wir in der Redaktion spekuliert, wozu man diese Anzüge denn wohl trägt und was sie bringen? Als wir dann herausfanden, dass es sich um einen speziellen Anzug handelt, der unter anderem von einer Truppe der Bundeswehr getragen wird, die gefährliche Missionen durchführt, war unser Interesse umso mehr geweckt. Und tatsächlich bekamen wir schnell eine Drehgenehmigung für eine Übung dieser Truppe auf dem Marinestützpunkt in Eckernförde. Einer Spezialeinheit der Bundeswehr über die Schulter zu schauen – solch eine Gelegenheit bekommt man nicht alle Tage! Eine ganz besondere Erfahrung!

Wie war´s beim Dreh?
Auf unsere Drehanfrage hat die Pressestelle der Bundeswehr sofort sehr offen reagiert. Was uns nur sofort deutlich gemacht wurde: die Gesichter der Soldaten, die regelmäßig und aktiv im Einsatz sind, dürfen im Beitrag nicht gezeigt werden – aus Sicherheitsgründen und um die Privatsphäre der Soldaten und ihrer Familien zu schützen, wurde uns gesagt. Klingt spannend… und das ist es auch! Denn die Männer, denen wir während des Drehs über die Schulter schauen durften, arbeiten sonst in umkämpften Gebieten. Zum Beispiel am Horn von Afrika zur Piraterie-Bekämpfung oder in Afghanistan zum Schutz vor Terrorangriffen. Diese Männer riskieren ihr Leben, um das anderer Menschen zu schützen. Das verdient großen Respekt!

Was weiß ich jetzt besser?
Wer weiß schon, wie der Alltag eines Soldaten aussieht, wenn er selber nicht gerade Soldat ist? Früh aufstehen gehört auf jeden Fall dazu und viel körperliche Anstrengung… aber Handarbeit?!... Das hätte wohl niemand gedacht, oder? Aber es ist so! Denn die Zotteln kommen nicht von allein an die Tarnanzüge. 30 bis 40 Stunden Arbeit stecken in so einem Ghillie Suit! Aus großen Jutetüchern zupfen die Soldaten  einen Faden nach dem anderen, drehen sie zum Knäul und befestigen das an dem netztartigen Grundmaterial… bis die gesamte Fläche mit den „Zotteln“ bedeckt ist. Doch selbst dann ist die Tarnung noch nicht fertig. Wer mehr erfahren möchte, schaltet ein ;-)!  

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