Genial und daneben - Fahrender Reifen

Genial und daneben - Fahrender Reifen2

Es gibt Meilensteine wie die Glühbirne oder das Telefon, die unser heutiges Leben entscheidend beeinflusst haben. Es gibt allerdings auch jede Menge Erfindungen, von denen bislang kaum ein Mensch gehört hat: das Amphibienfahrrad, die Badewanne mit Tür oder auch die Glatzenbürste. Allesamt Ideen, die sich nie durchgesetzt haben. Doch: vielleicht zu Unrecht?
In der Rubrik „Genial und daneben“ nimmt sich Galileo eine Idee oder Erfindung vor, die gescheitert ist. Wir erklären, warum sie sich nicht durchgesetzt hat bzw. was man hätte besser machen können. 
Galileo-Reporter Harro Füllgrabe macht sich auf die Suche nach den verrücktesten Erfindungen aller Zeiten. Und dafür nimmt er sogar ein Abenteuer auf sich, das bislang nur Wenige gewagt haben: Er reist direkt zu den Erfindungen – durch die Zeit! 

Zum Artikel:
Hintergrundinfos zum Dynasphere
Automuseum Prototypen
Infos zum Wheelsurf

Interview  

Harro Füllgrabe:
Martin, was hast du eigentlich gedacht, als Du das zum ersten Mal gesehen hast?

Martin Buchholz:
Ich glaub, mein erster Gedanke war: Wow, ist das groß! Und dann hab ich schon über diese Sache mit dem Kippen nachgedacht und übers Bremsen. Du kannst im Prinzip nicht ordentlich bremsen. Du kannst ja letztlich nur den Fahrersitz, der sich da innen drin befindet. Du kannst diesen Fahrersitz gegen das Rad außen abbremsen, aber wenn Du die Bremse zu fest ziehst, dann fängt der Fahrer an, sich im Rad zu drehen.

Harro Füllgrabe:
Was ist das Besondere daran?

Frau im Dynasphere:
Wir können damit auf Eis fahren und auf anderem glitschigen Untergrund, weil das Rad ja nicht wie beim Auto durchdrehen kann, wenn wir losfahren.
Auch die Lenkung ist sehr interessant: Man bewegt nämlich das gesamte Innengestell zu einer Seite.

Harro Füllgrabe:
Warum hat sich eine solche Idee nie wirklich durchgesetzt, was könnte das Problem gewesen sein?

Martin Buchholz:
Das Problem bei dem großen Rad ist im Prinzip das große Rad. Du möchtest z.B. zuügig damit losfahren und du hast ne riesen große Masse. Du hast hier so'n Stahlkäfig, der rotiert. Wenn das einmal fährt in einer Richtung, möchte das am Liebsten gar nicht mehr in die Kurve gehen. Aber es macht Spaß!
Ich meine: Wenn du Skateboard fährst, dann machst Du das auch nicht, weil Du sagst „Hey, da komme ich so praktisch von A nach B und kann soviel Gepäck mitnehmen“, sondern weil es Spaß macht. Und ich glaube, so könnte das Ding auch funktionieren, dass Du sagst: Wow, das macht aber Spaß, ich fahr gerne damit – und kein anderer hat das!
Das ist ein Sportgerät. Und ich glaube, da hättest du eine Chance.

Harro Füllgrabe:
Wow! Das ist das Wheelsurf! Also, ich mein von der Mechanik her, sieht es ja wirklich genauso aus wie das erste Modell. Allerdings war das sehr viel größer und breiter.
Wie funktioniert der gesamte Bewegungsablauf? Wenn man sich vorstellt...es ist natürlich ein Rad, was sich drehen muss.

Herman:
Der äußere Teil ist das Rad, diese beiden Metallstangen. Und der Rest schwingt als Innengestell im Rad mit. Wenn Du willst kannst Du Dich komplett mitdrehen.

Harro Füllgrabe:
Das heisst: Das hier, das gehört zum inneren Bereich. Das gehört zu dem Sitz-Kern-Bereich. 

Herman:
Dieser Teil gehört zu Dir und das ist der Teil, der um Dich herum rotiert.

Harro Füllgrabe:
Joah, also ich bin jetzt heiss aufs Fahren.
Der Herman fährt das Ding ja schon seit Jahren, aber das ist immer noch so - ich habe Angst davor! Guck mal, wie das schaukelt!
Ich habe ein bisschen Schiss!

Herman:
Das verstehe ich!
Los! Und nicht bremsen!
Du schaffst das schon!

Harro Füllgrabe:
Gibt es denn da wirklich ein Gesetz für, eine Regel?

Herman:
In Holland gibt es kein Gesetz für Fahrzeuge mit einem Rad. Es gibt Bestimmungen für Fahrzeuge mit 2 Rädern, 3, 4. Aber keine für Einräder.

Harro Füllgrabe:
Die Polizisten sind auch relativ lässig. Der hätte es am Liebsten mal ausprobiert, aber der ist gerade im Dienst!
Manchmal ist das wie beim Pferd beim Galopp, wenn es dann so hochgeht.
Herman, das ist der Hammer!

Herman:
Wie war's?

Harro Füllgrabe:
Glaubst Du mir, mir tut alles weh! Durch das Stabilisieren habe ich hier die ganze Zeit irgendwelche Ansätze.
Aber das ist ein Fun-Fahrzeug, damit muss man Spaß haben! Ich finde es klasse, ich merke nur: Man muss unheimlich viel tun, um es zu lernen und Herman, vielen Dank! Ich werde jetzt nochmal ein bisschen üben, weil das macht tierisch Spaß – und ich freue mich aufs nächste Mal! Yuhuu!

 

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