Miese Tricks der Reiseveranstalter

Die Urlaubszeit steht vor der Tür – das heißt Füße hoch, Erholung tanken und es sich gut gehen lassen. Wenn da nicht die Reiseveranstalter wären...

Zwar arbeiten die meisten seriös, aber leider gibt es auch die schwarzen Schafe. Und die können einem die schönste Zeit komplett zerstören: nachträgliche Preiserhöhungen, überbuchte Hotels, Bruchbude statt Luxussuite können jeden Urlauber an den Rand des Wahnsinns bringen.

Was davon muß man sich gefallen - und was nicht? Galileo zeigt die miesen Tricks der Reiseveranstalter und erklärt, wie man sich dagegen wehrt.  

Links zum Beitrag:
Informationsseite vom ADAC zu Fragen rund um Recht und Reise
Frankfurter Tabelle: Anhaltspunkte für die Minderung des Reisepreises - je nach vorliegendem Reisemangel

Informationen zu den Tricks aus dem Beitrag – alle Angaben ohne Gewähr!

Trick 1: Rabattfalle
Frühbucherrabatte ist keine Garantie für den niedrigsten Preis in der Saison. Der Reiseveranstalter kann auch noch im Laufe des Jahres die Preise erheblich senken. Und dann kann es schon mal vorkommen, dass der spätere Preis niedriger ist, als der Frühbucherrabatt.

Trick 2: nachträgliche Preiserhöhung
Im Regelfall ist es nicht möglich, dass der Reiseveranstalter den im Vertrag vereinbarten Reisepreis nachträglich erhöht. Eine wirksame Preiserhöhung zwischen Buchung und Reiseantritt ist nur möglich, wenn alle nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind, und zwar:

  • der Veranstalter sich das Recht zur Preiserhöhung im Vertrag mit genauen Angaben zur Berechnung des neuen Preises ausdrücklich vorbehalten hat. In der Regel geschieht dies in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
  • der Reiseveranstalter in der Reisebestätigung darauf hingewiesen hat.
  • zwischen dem Zeitpunkt der Reisebestätigung und dem vereinbarten Reisetermin mehr als vier Monate liegen (§ 651 a Absatz 4 in Verbindung mit § 309 Nr. 1 BGB).
  • die Erhöhung wegen 
    - Verteuerung von Beförderungskosten (z. B. Treibstoffzuschläge), 
    - Änderung der Abgaben für bestimmte Leistungen (z. B. Hafen- und Flughafengebühren) oder 
    - Änderung der für die betreffenden Reise geltenden Wechselkurse erfolgt.
  • ersichtlich ist, wie sich eine den Reiseveranstalter treffende Kostenmehrbelastung auf den Reisepreis ursächlich auswirkt. Die Darlegungs- und Beweislast hierfür trifft den Veranstalter.
  • der Reiseveranstalter dem Reisenden unverzüglich nach Kenntnis von dem Änderungsgrund die Preiserhöhung erklärt hat (§ 651 Absatz 5 BGB).
  • dem Reisenden die Erklärung zur Erhöhung spätesten mit Ablauf des 21. Tages vor dem vereinbarten Abreisetermin zugegangen ist. 
Trick 3: Kein HotelKein Zimmer im gebuchten Hotel: Das angebotene Ersatzhotel muß den gleichen Standard wie das gebuchte aufweisen. Eine schlechtere Alternative müssen Sie nicht akzeptieren. Akzeptieren Sie das Angebot des Veranstalters ohne Vorbehalt, können Sie in der Regel keine Preisminderung mehr geltend machen. Sie müssen das Ausweichangebot aber nicht annehmen, sondern können auch kostenfrei vom Vertrag zurücktreten und den vollen Reisepreis zurückfordern. Sollte das angebotene Ersatzhotel – auch wenn es nicht in Anspruch genommen wird – zudem nicht gleichwertig sein, winkt obendrein Schadenersatz, etwa wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, weil man die Reise nicht antritt, oder wegen einer eventuell eigenen, kostspieligeren Buchung in einem anderen Hotel.
Trick 4: MangelBei der Pauschalreise liegt nach dem Gesetz ein Mangel dann vor, wenn zum einen die vom Veranstalter versprochenen Leistungen nicht geboten werden und zum anderen die Reise mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen deutlich mindern. Bei der Pauschalreise steht dem Kunden der Reiseveranstalter als Anspruchsgegner gegenüber. Der erste Schritt beim Auftreten eines Reisemangels ist jedoch regelmäßig noch am Urlaubsort der Gang zur Reiseleitung, damit möglichst sofort Abhilfe geschafft werden kann. Denn nach deutschem Reiserecht müssen Sie einen Reisemangel zunächst am Urlaubsort rügen und Abhilfe verlangen. Lässt sich das Problem vor Ort nicht beheben oder ist eine Reiseleitung nicht erreichbar, müssen Sie spätestens einen Monat nach Rückkehr aus dem Urlaub eine schriftliche Beschwerde an den Reiseveranstalter richten. Beschreiben Sie darin den Reisemangel und fordern Sie konkret eine Reisepreisminderung. Dieses Schreiben schicken Sie am besten per Einschreiben/Rückschein an den Veranstalter. Reagiert dieser auf Ihr Schreiben nicht, müssen Sie nachhaken und notfalls Klage erheben, da sonst Ihr Anspruch nach zwei Jahren verjährt.Im Falle eines Reisemangels sollten Sie versuchen, Beweise zu beschaffen, die Sie notfalls bei einem Rechtsstreit vorlegen können. Machen Sie deshalb möglichst Fotos z.B. vom verschmutzten Swimmingpool, holen Sie bei einer Flugverspätung eine Bestätigung der Fluggesellschaft ein und sammeln Sie Anschriften von Zeugen, die den Reisemangel bestätigen können. Wie hoch die Minderung bei einem Reisemangel ausfällt, hängt grundsätzlich vom Einzelfall ab.Wer berechtigterweise eine Preisminderung wegen eines Reisemangels fordert, muss sich nicht auf einen Reisegutschein einlassen. Es besteht in diesem Fall ein Rechtsanspruch auf Auszahlung der Preisminderung (in der Regel übersendet der Veranstalter einen Verrechnungsscheck, wenn er den Reisemangel anerkennt).Vorsicht Vergleich!Wer Mängelansprüche anmeldet und daraufhin vom Reiseveranstalter einen Scheck erhält, verliert weitergehende Rechtsansprüche, wenn er diesen Scheck widerspruchslos einlöst! Denn in diesem Fall gilt das Angebot des Reiseveranstalters auf einen (außergerichtlichen) Vergleich als angenommen. Wer mit der Höhe der Reisepreisminderung nicht einverstanden ist und weitere Rechtsansprüche geltend machen möchte, sollte daher den vom Reiseveranstalter angebotenen Scheck nicht annehmen! 
Trick 5: gefälschter SicherungsscheinDas Gesetz verlangt vom Reiseveranstalter, dass er dem Reisenden, bevor er dessen Geld annehmen darf einen Reise-Sicherungsschein ausgeben muss. Der Sicherungsschein ist eine von einem Kreditinstitut oder einer Versicherung ausgegebene Vertragsurkunde, die dem Reisenden versichert, dass er im Fall der Insolvenz des Reiseveranstalters sein Geld zurück erhält oder - wenn die Reise bereits begonnen hat - die Kosten der Rückreise erstattet bekommt.
  • Den Sicherungsschein für die gebuchte Reise sollte man sichaushändigen lassen, bevoreine An- oder Restzahlung geleistet wird. Das gilt auch für Last-Minute! Bei Verdacht lässt sich in der Regel mit einem Anruf bei der angegebenen Versicherung bzw. Bank überprüfen, ob die Absicherung auch tatsächlich besteht.
  • Unbedingt zu beachten ist, dass das ausgehändigte Dokumentein Originalist! Ein Fax oder eine Kopie sollten niemals akzeptiert werden. Der Schein darf auch keine Tipp-Ex-Korrekturen oder andere Änderungen aufweisen, da sonst im Notfall keine Ansprüche geltend gemacht werden können.
  • Auf dem Schein muss derVeranstalternameeingetragen sein und mit dem auf der Buchungsbestätigung übereinstimmen. Auch dieVeranstalternummermuss vermerkt sein.
  • Die Gültigkeitsdauer des Sicherungsscheins darfnicht überschrittensein.
  • Der Schein wirdzusammen mit den Reiseunterlagenausgehändigt. Er ist als eigenes Druckstück oder als Ausdruck eines EDV-Reservierungssystems beigelegt. Er kann auch unter Umständen auf die Rückseite der Reisebestätigung gedruckt sein. Bei elektronischer Buchung sollte er als Datei angehängt sein.
  • Der Schein sollte zusammen mit den Reiseunterlagen mitgeführt werden! Reisende, die ihn nicht dabei hatten, mussten sich schon selbst um die Rückreise kümmern.
  • Nach Ende der Reise muss derSchein nichtan den Veranstalter bzw. das Reisebüro zurückgegeben werden. Gerade schwarze Schafe in der Branche, sind durch die Rückforderung der Scheine zwecks Wiederverwendung aufgefallen.

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