Die schlimmsten Schiffsunglücke aller Zeiten

Die Größten Schiffsunglücke aller Zeiten

Beim Unglück der Costa Concordia am 13. Januar 2012 kommen 32 Menschen ums Leben, darunter sind auch 12 Deutsche. Doch es gibt viele Schiffsunglücke, bei denen weit mehr Menschen ihr Leben verloren und nicht an alle erinnert man sich bis heute. Das sind einige der spektakulärsten und schlimmsten Schiffsunglücke aller Zeiten.

RÖMISCHE KRIEGSFLOTTE
Der wohl größte Schiffbruch der Geschichte liegt schon lange zurück. 255 vor Christus sinken etwa 300 Schiffe der römischen Kriegsflotte. Nach der Seeschlacht bei Kap Bon geraten Soldaten, Ruderer und Gefangene auf ihren Schiffen vor Sizilien im Mittelmeer in einen schweren Sturm. Die Opferzahl ist unfassbar hoch: Bis zu 100 000 Menschen sollen bei dem Schiffbruch ums Leben gekommen sein.

GENERAL SLOCUM
Weitgehend unbekannt ist das Unglück der General Slocum. Es ist bis heute das größte Schiffsunglück der USA. Am 15. Juni 1904 sind etwa 1300 deutschstämmige Auswanderer auf dem Dampfer General Slocum auf dem East River zu einer Ausflugsfahrt unterwegs. An Bord sind vor allem Frauen und Kinder. Während der Fahrt auf dem East River fängt ein Strohballen im unteren Deck Feuer. Die Flammen breiten sich rasch aus. Der Kapitän begeht einen folgenreichen Fehler: Er entscheidet sich, im Volldampf zu einem eine Meile entfernten Anlegesteg zu fahren. Die nächstgelegenen Stege will er nicht ansteuern, weil dort Öltanks stehen. Die Rettungsboote an Bord lassen sich nicht zu Wasser lassen, sie sind von Farbe so verklebt, dass sie sich nicht von den Halterungen lösen lassen. Die Rettungswesten sind marode, ihr Hauptbestandteil Kork hat sich aufgelöst. Als der Dampfer endlich anlegt, brennt das Schiff in voller Länge. Passagiere springen ins Wasser und ertrinken, die meisten von ihnen sind Nichtschwimmer. Andere ersticken oder verbrennen. 1021 Menschen finden den Tod. Der Kapitän wird angeklagt und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, jedoch nach drei Jahren begnadigt. Die Unglücksfahrt der General Slocum gilt bis zu den Terrorangriffen vom 11. September 2001 als größtes Unglück in der New Yorker Stadtgeschichte. Die letzte Überlebende der Katastrophe stirbt 2004.

TITANIC
Es ist das Jahr 1912. Die Titanic, das größte Schiff der Welt, bricht zu ihrer Jungfernfahrt auf. Am 10. April 1912 sticht sie in Southampton in See, ihr Ziel ist New York. Die Titanic gilt als unsinkbar, 2223 Menschen sind an Bord des Luxusliners. Nach vier Tagen geschieht das Unfassbare: Die Titanic rammt bei voller Fahrt einen Eisberg und sinkt. Es gibt viel zu wenig Rettungsboote, die vorhandenen bieten nur 1200 Menschen Platz. Doch viele der Boote werden nicht einmal voll besetzt. Das Wasser des Nordatlantiks ist eiskalt, es hat minus zwei Grad. Bereits zwei Stunden und vierzig Minuten nach der Kollision geht die Titanic unter. Das nächste Schiff jedoch, das britische Passagierschiff „Carpathia“ ist zum Unglückszeitpunkt 93 Kilometer entfernt, die Hilfe kommt zu spät. Etwa 1500 Menschen kommen ums Leben. Sie ertrinken oder erfrieren.

WILHELM GUSTLOFF
Das deutsche Passagierschiff wird am 30. Januar 1945 von dem sowjetischen U-Boot S-13 in der Ostsee von drei Torpedos getroffen. Etwa eine Stunde nach dem Beschuss sinkt das Schiff 23 Seemeilen vor der pommerschen Küste. An Bord sind vor allem Flüchtlinge, darunter mindestens 8800 Zivilisten. 9000 Menschen ertrinken. 1239 Menschen überleben. Der Untergang der Wilhelm Gustloff gilt bis jetzt als die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte (bezogen auf die Opferzahl beim Untergang eines einzelnen Schiffes).  Das Wrack liegt heute in 42 Meter Tiefe in polnischen Hoheitsgewässern und ist als Seekriegsgrab ein geschütztes Denkmal.

DONA PAZ
Am 20. Dezember 1987 kollidiert die Fähre vor den Philippinen mit einem Tanker. Der hat 8800 Barrel Rohöl geladen, es kommt zur Explosion und einem verheerenden Brand. Innerhalb von zwei Stunden sinkt die Doña Paz, der Tanker sinkt zwei Stunden darauf. Die Fähre war für 1500 Menschen zugelassen und völlig überladen. Bei Untersuchungen stellen die Behörden fest, dass die Kästen mit den Schwimmwesten verschlossen waren. Es dauerte zudem mehrere Stunden, bis die Behörden von dem Unglück erfuhren und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden konnten. Insgesamt kommen mehr als 4300 Menschen bei dem Unglück ums Leben – zweifellos eines der schlimmsten Schiffsunglücke aller Zeiten.

OCEANOS
1991 sinkt der Kreuzer Oceanos vor der Küste Südafrikas. 571 Menschen sind an Bord, als es im Maschinenraum zu einer Explosion kommt. Das Schiff schlägt leck. Der Kapitän ist überfordert, es gelingt ihm nicht, eine geordnete Evakuierung in die Wege zu leiten. Er verlässt das Schiff, bevor alle Passagiere gerettet sind. Hubschrauber und herbeigerufene Frachtschiffe schaffen trotzdem das Unmögliche: Sie retten alle Menschen von Bord, trotz acht Meter hoher Wellen. Stunden später geht das Schiff unter.
Beeindruckende Bilder davon.

ESTONIA
1994 sinkt die Ostseefähre Estonia vor der finnischen Insel Utö. 852 Menschen verlieren bei dem Unglück ihr Leben. Etwa fünf Stunden nach Abfahrt, gegen 1 Uhr morgens, versagt der Verschluss der Bugklappe, sie bricht weg – Wasser dringt ins Schiff ein. Die Fähre bekommt starke Schlagseite, sie sinkt innerhalb kürzester Zeit und verschwindet schon etwa eine halbe Stunde später vom Radar. Zehn Meter hohe Wellen behindern die Rettungsmaßnahmen. Nur 137 Menschen überleben das Unglück. Die meisten Toten sind schwedische Staatsangehörige. Das Wrack der Estonia wird nicht geborgen. Die Unglücksursache wird immer wieder diskutiert, es gibt immer wieder auch auch Attentatstheorien, die jedoch nicht zweifelsfrei belegt werden können.

LE JOOLA
Am 26. September 2002 gerät die senegalesische Fähre vor der Küste Gambias in einen Sturm. Nach fünf Minuten kentert das Schiff. Etwa 1800 Menschen kommen bei dem Unglück ums Leben, darunter sind viele Studenten, die zum Studienbeginn unterwegs nach Dakar waren. Als Unglücksursache gilt die schlechte Wartung der Fähre durch den Eigner, den senegalesischen Staat.

SEA DIAMOND
Das ehemalige Frachtschiff, das zum Kreuzfahrtschiff umgebaut wurde, läuft im April 2007 vor der griechischen Insel Thira auf Grund und sinkt. An Bord sind 1195 Passagiere und 391 Besatzungsmitglieder. Ein 45jähriger Mann und seine 16jährige Tochter kommen bei dem Unglück ums Leben. Die Leichen werden nie gefunden. Der Kapitän behauptet, die starke Strömung habe das Schiff auf die Felsen gedrückt. Er wird im April 2013, sechs Jahre nach dem Unglück, zu 12 Jahren Haft verurteilt, mit ihm weitere Verantwortliche. Gegen das Urteil wird jedoch Berufung eingelegt. Das Wrack ist bis heute nicht geborgen.

Alle Themen der Sendung gibt's auf unserer neuen Webseite

Kommentare

Ganze Folgen