Goldgräber in der Mongolei

Goldgräber in der Mongolei

In der Mongolei, tief in selbst gegrabenen Erdlöchern, treibt eine Gruppe "Ninjas" dasselbe Goldfieber zu noch abenteuerlicheren Aktionen an. Ninjas? So nennen die Mongolen illegale Goldjäger, die heimlich ein kleines Stück vom Glück in den weiten Berglandschaften der Mongolei ergattern wollen. Weil sie manchmal vermummt und mit Spaten und Hacke auf dem Rücken durch die Landschaft ziehen, erinnert ihr Anblick an die geheimnisvollen Schattenkrieger Ninjas. So kamen die mongolischen Glücksritter zu ihrem Namen. Sie graben Löcher und stehlen Sand, um diesen mit Sieben durchzurütteln. Immer in der Hoffnung, dass ein schöner Goldnugget hängenbleibt. Die Polizei jagt sie, die großen Goldminenbesitzer fürchten sie. der 24-jaehrige Bold ist so ein Outlaw. Nach der Armee-Zeit wusste er nicht, was er tun sollte. Er schloss sich einer Gruppe Gleichgesinnter an. "Wenn man sich finden will, dann findet man sich hier." Mit hier meint Bold das mongolische Dorf Shijir-Alt, eine traditionsreiche Goldgräberstadt, 300 Kilometer von der Hauptstadt Ulan Bator entfernt, wo schon die Russen Gold im großen Stil abgebaut haben. Die Relikte verschandeln noch heute die mongolische Steppenlandschaft. Neun Ninjas sind sie inzwischen. Sie haben einen Metalldetektor, einen Rüttelkasten und einen Stromgenerator. Das reicht, um auf eigene Faust Gold zu suchen. Man darf sich nur nicht erwischen lassen, denn den besten Sand gibt es auf dem Gelände der großen Firmen. Oder dort, wo es der Staat verboten hat. "Sie sagen: 'wegen der schönen Landschaft', aber der Staat will das ganze Gold für sich. Große Firmen machen damit, aber es ist auch unser Land. Warum lässt man uns nicht einfach hier ein bisschen graben? Wenn wir nicht immer auf der Hut sein müssten, würden wir ja die Löcher wieder zuschütten.", sagt Bold. Der Boden, auf dem er steht, ist durchlöchert, soweit das Auge reicht. "Die Ninjas nennen ihre Gebiete auch gerne 'Irak'", weil sie an die Kraterlandschaft im zerbombten Irak erinnern. Bold und die anderen lassen sich für wenige Minuten filmen, wie sie aus einem selbstgegrabenen Loch in drei Meter Tiefe mit alten Säcken Sand herausholen. Der Schacht ist eng, mit Stirnlampen arbeiten sie sich im engen Stollen ohne Sicherheitsstützen vor. 10 Ninjas seien 2012 bei solch abenteuerlichen Abbaumethoden von einstürzenden Erdmassen erdrückt worden und gestorben, erzählt man sich im Dorf. Wer von der Polizei erwischt wird, dessen Geräte werden beschlagnahmt oder zerstört. Oft erhalten die Ninjas eine kräftige Geldbuße, die sie nicht zahlen können, und dann für zwei Wochen ins Gefängnis müssen. "Was soll ich sonst machen? Die großen Goldfirmen wollen uns eh nicht. Da kommt man nur über Beziehung rein", erzählt Bold. Sie rütteln den Sand durch das Sieb und finden tatsächlich ein längliches kleines Gold-Nugget. Die Gesichter strahlen, die Belohnung für die Arbeit. Und die Ängste sind für wenige Minuten vergessen. Der Traum vom reichen Leben scheint wieder näher gerückt.

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