Reisebericht Stefan Gödde

Galileo Spezial Superkraefte (12)
Drehschluss: Maximilan Schmelzer, Jenny Roller-Spoo, Stefan Gödde und Stefan Spoo

Wie waren die Dreharbeiten?

Spannend. Wir haben unter anderem auf Hawaii gedreht, auf zwei Inseln – O’ahu und auf Big Island, der Insel mit einem der aktivsten Vulkane der Welt. Ich war vorher noch nie dort, insofern war es eine komplett neue Erfahrung. Die Flugzeit alleine betrug 18 Stunden, die Zeitverschiebung 12 Stunden – sehr viel weiter weg kann man aus Richtung Deutschland eigentlich nicht fliegen. Jetlag und ein volles Programm haben den Dreh bestimmt. Aber es hat natürlich trotzdem sehr viel Spaß gemacht, weil wir spannende Dinge erleben durften.

 

Deine persönlichen Highlights?

Ein wirklich aufregendes Erlebnis war es, in einem Helikopter ohne Türen über dem Lavastrom des Kilauea-Vulkans fliegen zu dürfen. Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, wo man Lava überhaupt sehen kann. Diese Macht der Superkraft Feuer, die dort einfach einen ganzen Wald platt walzt, war - aus nächster Nähe betrachtet - unglaublich beeindruckend. Unsere Zwischenlandung an dem zerstörten Haus gehört ebenfalls zu den Erlebnissen, die mir immer in Erinnerung bleiben werden. Wer das Galileo-Spezial anschaut, wird mir Recht geben: Es gibt auf der Welt nur wenige Orte, die bizarrer sind als dieser.

Sehr interessant war auch der Dreh mit den Base-Jumpern in der Schweiz. Ich selbst würde niemals mit einem Wingsuit von einer Felsklippe 650 Meter in die Tiefe springen - das Risiko wäre mir einfach viel zu hoch, wie auch die Todesfälle in dieser Extremsportart immer wieder zeigen. Aber der riesige Mut dieser sympathischen Jungs hat mich und mein Team trotzdem sehr beeindruckt.

Spannend war auch unser Dreh in den Bayerischen Alpen zum Thema Felsstürze und Hangrutschungen. Mit wie viel hochmoderner Technik die Berge vermessen werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, war mir vorher nicht bewusst.

 

Gab es Abenteuer, die dir in Erinnerung geblieben sind?

Allerdings! Man sieht es im Film nicht, aber um zur Absprungrampe der Base-Jumper zu kommen, mussten wir einen Klettersteig absolvieren. Dort ging es extrem steil bergab. Und als Filmteam hat man ja nicht nur ein paar Wander-Rucksäcke dabei, sondern sehr viel schweres Equipment. Eine große Herausforderung gab es für mein Team und mich also schon vor der Rampe in Schwindel erregender Höhe, die man dann ja auch im Film sieht.

Eine andere Herausforderung hat uns Hawaii beschwert, nämlich das Klima. Man denkt, dort gäbe es nur Badehosen-Wetter. Bei unserem Interview mit dem Vulkanologen hatten wir allerdings alles: sehr starken Wind, Regen und im Hintergrund rauchte der Halemaumau-Krater mit seinem Lavasee vor sich hin. Das passte aber gut zu unserem Thema, wir haben uns sozusagen den Elementen gestellt!

 

Mal aus dem Nähkästchen geplaudert: Wie laufen denn solche Dreharbeiten ab?

Es ist im Vorfeld die Aufgabe der Autorin des Films, den Dreh zu organisieren. Das bedeutet: sie erstellt einen Drehplan, weiß genau, wann wir vor Ort sein müssen - das ließe sich nicht einfach mal so vor Ort organisieren. Und dann ist es eine Gemeinschaftsaufgabe für Autorin, Kameramann, Tonmann und mich, aus dem geplanten Programmpunkt, der da erst einmal nur auf dem Papier steht, einen Film zu machen. Die Autorin und ich besprechen inhaltliche Fragen, der Kameramann ist verantwortlich für die bildliche Umsetzung. Der Tonmann kümmert sich darum, dass mein Interviewpartner und ich gut verstanden werden. So ein Film ist immer eine Gemeinschaftsleistung des gesamten Teams!

 

Was hast du gelernt?

Sehr viel! Zum Beispiel war mir der Hotspot-Vulkanismus auf Hawaii in dieser Form nicht klar: dass die Inselkette entsteht, weil ein so genannter Hotspot wie ein riesiger Schweißbrenner Gesteinsschmelzen erzeugt, die sich durch die Erdkruste fressen. Und weil die Erdkruste über den Erdmantel hinweg wandert, werden die alten Vulkane mit der Zeit erlöschen und immer wieder neue Vulkane entstehen. Auch dass ein Lavastrom in der Lage ist, oft kilometerlange unterirdische Tunnel zu erschaffen, war mir nicht bewusst... bis ich selbst durch einen hindurch gehen durfte. Lava-frei selbstverständlich.

Auch von unserem Dreh am Tsunami-Warning-Center in Honolulu habe ich vieles mitgenommen. Mir war beispielsweise nicht klar, dass die Tsunami-Katastrophe 2004 im Indischen Ozean in Sachen Forschung und Überwachung der Weltmeere so viel verändert hat.  

 

Was macht dir am meisten Spaß, wenn du für ein Galileo Spezial wie dieses unterwegs bist? 

Ich bin gerne auf Reisen. Es ist wunderbar, dass ich immer wieder so viele neue Eindrücke von den Dreharbeiten mitnehmen darf. Außerdem lerne ich tolle und interessante Menschen kennen. Auch bei diesem Film waren viele unserer Gesprächspartner sehr beeindruckend. Es wird nie langweilig, das liebe ich sehr!

Ein Blick hinter die Kulissen

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