Galileo Zusatzinfos 4. Dezember 2009

Der Weg der Seide

Wenn in Deutschland die ersten Schneeflocken fallen, fallen auf den Werbeplakaten die Hüllen und die Models zeigen sich in zarten Seidendessous. Der Grund ist natürlich Weihnachten, die Unterwäsche auf den Plakaten landet als Geschenk unterm Christbaum. Etwa 75 Euro geben die Deutschen im Jahr für Unterwäsche aus, zwei Drittel davon für Damenwäsche. Und die besteht häufig aus Seide.

Was nur die wenigsten wissen: Wir verdanken die Seide den Raupen des Maulbeerspinners, ein nicht besonders hübscher Schmetterling. Die Raupen spinnen sich in Kokons ein, um sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Zwischen 900 Meter und 1,5 Kilometer Endlosfaden produzieren sie dabei, sie pressen ihn aus Drüsen an ihrem Kopf und schlingen ihn viele tausend Mal um ihren Körper. Der Faden ist zwar hauchdünn, aber extrem stabil, er besteht aus dem Eiweiß Fibroin.

Wir Menschen machen den Raupen aber einen Strich durch die Rechnung: bevor sie sich in einen Schmetterling verwandeln können, werden sie noch in ihren Kokons durch Erhitzen getötet, der Faden gekocht, aufgedröselt und versponnen.

Erfinder der Seide waren die Chinesen, angeblich kannten sie das Geheimnis der Seidenherstellung schon dreitausend Jahre vor Christus. Es war bei Todesstrafe verboten, Eier oder Raupen aus China auszuführen, doch im Jahr 555 gelang es einem persischen Mönch, Eier rauszuschmuggeln. Dadurch wurde das Seidenmonopol Chinas gebrochen. Doch noch heute ist China Hauptproduzent von Seide.

Galileo hat den Weg der Seide von der Stadt Hangzhou bis nach Deutschland verfolgt. Er beginnt bei der Bäuerin Gian Siyiu, 65 Jahre, die seit vierzig Jahren Raupen in ihrem Haus mästet, etwa 180.000 im Jahr. Es geht weiter in die Spinnerei, wo pro Jahr eine Million Kilogramm Seidenfaden produziert wird und führt über die weltgrößte Seidenfärberei und eine Dessous-Näherei bis in den Hamburger Unterwäsche-Laden "Liaison dangereuse".
 

 

 

Dank an

www.liaison-dangereuse.com

Kontakte über
Li Hong (Linda Reichert)
05341 / 904560
 

 

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