Interview mit Oliver
"Und irgendwann war ich völlig pleite!"
Oliver, warum bist Du nicht glücklich?
Weil ich bisher meine Berufung nicht gefunden habe. Ich bin schon lange arbeitslos und habe mich mit diversen Jobs herumgeschlagen – auch mit Weiterbildungen im Bereich Kinder- und Altenpflege. Letztlich aber hat mich das alles nicht befriedigt. Deshalb war ich unglücklich.
Heißt das, dass Du heute glücklich bist?
Das ProSieben-Projekt hat es tatsächlich geschafft, mich glücklicher zu machen. Ich glaube heute mehr an mich, und ich werde die Dinge, die ich mir vorstelle, auch angehen.
© ProSieben/Benedikt Müller
Welche Dinge sind das?
Ich war 1994 Lotto-Millionär. Und seitdem ist viel passiert, wie man sich denken kann, wenn man weiß, dass ich heute von Hartz IV lebe... Über diese ganze Zeit möchte ich berichten, damit andere Menschen nicht dieselben Fehler machen. Jetzt, im Rahmen der Sendung, habe ich den Mut gefasst, einen ersten Vortrag zu halten, der auch ganz gut angekommen ist. Und unser ProSieben-Glücks-Coach Richard de Hoop glaubt, dass es sehr fruchtbar wäre, diesen Weg weiter zu verfolgen.
Warst Du eigentlich glücklich, als Du reich warst?
Sollte man annehmen, aber so richtig ist mir das dann doch nicht gelungen. Ich habe mich damals von meiner langjährigen Freundin getrennt und war plötzlich alleine mit der Million. Später habe ich zwar geheiratet, aber die Ehe wurde geschieden… Ich habe mein Haus verloren – und irgendwann war ich völlig pleite.
Welchen Job hattest Du denn damals?
Ich war bei der Post Beamter auf Lebenszeit. Als die Post privatisiert wurde, und sich vieles geändert hat, bin ich 1997 gegangen. Mit dem Lotto-Gewinn wollte ich selbstständig arbeiten. Ich war Gastronom, hatte später ein Taxi-Unternehmen, und habe auch noch eine Umschulung zum Fachinformatiker gemacht. Aber nichts war so, dass ich es den Rest meines Lebens hätte machen wollen.
Was würdest Du heute gerne machen?
Ich möchte mit kreativen Menschen zusammenarbeiten, wie Markus (Ex-Sänger von Nu Pagadi und ebenfalls Teilnehmer am „ProSieben Glücksreport; d. Red.), und z.B. meine Idee von der "Werbung mit Köpfchen" wieder aufgreifen.
"Werbung mit Köpfchen"?
2005 habe ich meine Glatze als Werbefläche bei Ebay versteigert. Ein Brautmoden-Geschäft hat für 505 Euro den Zuschlag bekommen. So bin ich damals auch in die Medien gekommen, u. a. zu "taff".
Und jetzt willst Du Deine Glatze an den Mann bringen?
Nein! (lacht) Wir wollen anderen Menschen anbieten, für unsere zukünftige Werbeagentur als Promotoren zu arbeiten.
Aber ich möchte auch ein Buch schreiben über all das, was ich erlebt habe. Und nachdem ich im Februar bei “Maischberger“ war, ist ein Regisseur an mich heran getreten, der gerne einen Film über mich drehen möchte. Das würde mir gefallen, wenn ich die Dinge ganz unverfälscht erzählen könnte, so wie sie wirklich passiert sind. Vielleicht gelingt es mir so, auch andere Menschen etwas glücklicher zu machen.
Interview: Andreas Kötter
© ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH

