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Unglaublich – aber logisch

So beeinflusst Sex die Qualität eurer Beziehung

Wir lügen, wenn wir sagen, dass Sex früher oder später nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Dieses Paar scheint sehr glücklich miteinander zu sein
© iStockphoto/Kotin_Dmitrii

Welche Rolle spielt Sex in einer Beziehung? Die einen sagen, dass der Spannungsfaktor bei einer längeren Beziehung drastisch sinkt. Doch dafür steigt ja schließlich die Qualität. Die anderen halten Sex irgendwann nicht mehr für so wichtig und sind froh, dass sie jemanden an ihrer Seite haben, der super zu ihnen passt. Frägt man Pärchen ganz direkt, wie zufrieden sie mit der Beziehung sind, dann spielt der Spaß zu zweit im Bett eine untergeordnete Rolle. Soll heißen, dass sie eigentlich nicht unglücklicher sind als Paare, die häufiger miteinander schlafen. Doch das Unterbewusstsein sagt da etwas anderes.

Dem sind jetzt Forscher der Florida State University nachgegangen. Das Ergebnis ist eindeutig: Paare sind unbewusst glücklicher mit ihrer Beziehung, je häufiger sie Sex haben – und zwar innerhalb der Beziehung, nicht etwa im Rahmen von Affären.

Nach außen ist es die glückliche Beziehung

Für die Studie wurden 108 frisch verheiratete (bei denen man davon ausgehen kann, dass sie bereits länger zusammen sind), primär heterosexuelle Paare aus den USA in zwei Stufen befragt: Zunächst wurden sie umfassend über ihr Sexleben und ihre allgemeine Zufriedenheit befragt. Der zweite Teil der Befragung bestand aus einem Worterkennungstest. Hierbei wurde den Versuchspersonen für den Bruchteil einer Sekunde auf einem Bildschirm das Foto entweder ihres Liebsten oder einer vollkommen fremden Person gezeigt. Direkt danach wurde ein Begriff eingeblendet, bei dem jeder Proband so schnell wie möglich per Knopfdruck entscheiden musste, ob er positiv oder negativ besetzt ist.

Das Ergebnis war eindeutig: Tauchte zuerst ein Bild des Partners auf und im Anschluss ein positiv bewerteter Begriff, reagierten die Versuchspersonen deutlich schneller als bei einem negativen Begriff. Interessant ist, dass die Reaktionszeit noch kürzer bei den Paaren ausfiel, bei denen die vorherige Befragung ergeben hatte, dass sie den meisten Sex hätten. Das zeigte also: Je mehr Sex ein Paar miteinander hatte, desto positiver waren die Assoziationen mit dem Ehemann oder der Ehefrau.

Unser Unterbewusstsein urteilt mit

Überraschend ist, dass die subjektive Wahrnehmung der Zufriedenheit innerhalb einer Beziehung von unserem Unterbewusstsein abweicht. Schließlich zeigte die erste Befragung keinen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und dem allgemeinen Glücklichsein. Erst der Assoziationstest brachte die Wahrheit ans Tageslicht.

Die Forscher folgern daraus, dass die Antworten der Probanden im ersten Teil der Befragung durch Moral- oder Wunschvorstellungen beeinflusst wurden. Möchte man also herausfinden, ob ein Pärchen wirklich glücklich miteinander ist, wären unbewusste Assoziationstest vermutlich geeigneter als eine direkte Befragung. Ist das etwa ein klassischer Fall von Verdrängung?

Wie auch immer – wir brauchen kein Versuchslabor, um herauszufinden, ob wir gerne mehr oder weniger Sex mit unserem Partner hätten. Dazu reicht eigentlich, kurz mal in sich hineinzuhorchen. Ob wir die Antwort darauf jedem gleich mitteilen wollen, ist eine andere Frage.

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