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Vom Ghetto zum Glamour - Interview mit Marie Amière

Model und Designerin Marie Amière hilft drei jungen Frauen bei ihrem Weg aus sozialen Brennpunkten in Hamburg in ein sorgenfreieres Leben. Bis zu ihrem 20. Lebensjahr lebte die HSE24-Moderatorin selbst in Hamburg-Steilshoop. Wie die ausgewählten Mädels die Hilfe annahmen und welche unerwarteten Hürden die Dreharbeiten mit sich brachten, erzählt Marie Amière im Interview.

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© Joker Productions GmbH

Wie sind Sie vorgegangen, um Zugang zu den jungen Frauen zu finden, die sie ausgewählt haben?

Da ich selbst in einem Viertel aufgewachsen bin, was man als sozialen Brennpunkt bezeichnet, weiß ich womit sich diese jungen Frauen tagtäglich auseinandersetzen müssen und wie unglaublich hart das sein kann. Um ihre Lebensrealität noch besser kennenzulernen, habe ich sie zu Hause besucht. Dabei habe ich Ihre Geschichten erfahren und teilweise auch Familienmitglieder kennengelernt. Sie haben mir von ihren Träumen und Wünschen erzählt.

Warum liegt Ihnen dieses Projekt am Herzen?

Ich bin in ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen, wie diese Mädchen. Ich wollte dort immer weg, hatte früh Freunde aus anderen Stadteilen und hatte das Glück, dass ich mit 14 Jahren als Model entdeckt wurde. Als ich 17 Jahre alt war, bin ich zum ersten Mal für ein paar Monate nach New York und Miami gegangen. Das weiß ich sehr zu schätzen. Meine Dankbarkeit dafür zeige ich unter anderem, indem ich jungen Frauen dabei helfe, ihre eigenen Träume zu verwirklichen.

Welche Rückschläge gab es?

Wir haben gemeinsam mit den Mädchen in kürzester Zeit viele neue Dinge umsetzen können. Aber es gab natürlich auch Punkte, in denen sich die Mädels nicht so schnell überzeugen ließen. Beim Umstyling wollte Jenny partout ihre Klamotten und ihren eigenen Hair- und Make-Up-Stil beibehalten. Caro hatte „vergessen“, dass sie noch 200 Sozialstunden abzuarbeiten hat. Mir war aber klar, dass wir bei dem hohen Tempo, was wir vorgelegt hatten, Schwierigkeiten bekommen könnten.

Und welche positiven Überraschungen haben Sie erlebt?

Caro, die Mutter von zwei Kleinkindern ist, war als ich sie kennenlernte, von einer unglaublich großen Traurigkeit umgeben. Das ist mit 24 Jahren schon ganz schön bitter und hat mich sehr berührt. Nach ein paar Tagen Dreh hat sie zum ersten Mal gelächelt und später sogar herzhaft gelacht. Es war wunderschön zu sehen, wie diese junge Frau mit der Zeit aufgeblüht ist. Vanessa hat alles wie ein Schwamm aufgesaugt und hat sich mit großer Freude weiterentwickelt. Jenny hat bei jeder Aufgabe hundert Prozent gegeben und hat sich immer an vorderste Front gestellt.

Welchen Rat würden sie Teenagern in vergleichbaren Situationen geben?

Das wichtigste ist eine positive Grundstimmung. Es geht einfach darum, in die richtige Richtung zu gehen. Dann werden sie sehen, dass sich Dinge ändern können und das gibt Hoffnung und Motivation für Größeres. Was wiederum Kraft gibt, ernsthaft an die eigenen Träume zu glauben. Dazu dann noch eine Portion Leidenschaft und Fleiß und sie sind auf dem Weg, in ein besseres Leben.

"Vom Ghetto zum Glamour" ab 27.1.2014 um 17:00 Uhr bei taff auf ProSieben. Weitere Infos gibt's hier

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