- Bildquelle: Olaf Heine © Olaf Heine

Fury In The Slaughterhouse sind mit sich und ihrer Vergangenheit völlig im Reinen. Das merkt man vor allem daran, dass sie den Spagat schaffen zwischen angenehmer Nostalgie und einer sehr jetztzeitigen Energie. In diesem Spannungsfeld kam auch die Entscheidung auf, die Sache noch einmal im größeren Stil anzugehen – mit neuem Album, neuen Songs, neuen Touren. So richtig an den Nagel gehängt haben Fury In The Slaughterhouse ihre Karriere ja eh nie: Die Bandmitglieder hielten den Kontakt, zwei von ihnen gründeten die Band Wingenfelder und auf diversen „Heimspiel“-Konzerten in Hannover bedankten Fury sich in den letzten Jahren vor ihren immer noch treuen Fans. Schon bei den Proben dazu merkten Kai Wingenfelder (Sänger), Thorsten Wingenfelder (Gitarre), Christof Stein-Schneider (ebenfalls Gitarre), Rainer Schumann (Schlagzeug), Gero Drnek (Keyboard, Gitarre und auch mal die Mandoline) und Christian Decker (Bass), dass sie als Band immer noch sehr gut funktionieren und sehr gerne Musik machen. Und dann war da noch die Erfahrung, die Drummer Rainer Schumann ganz gut auf den Punkt brachte in einem Interview: „Dieser Blick von der Bühne ins Publikum war ausschlaggebend für mich – du guckst da in die Augen von Leuten und siehst: Shit, denen ist das richtig wichtig.‘“ 

Trotzdem war ihnen klar, dass es neue Impulse braucht. Also sind sie mit Die-Toten-Hosen-Produzent Vincent Sorg ins Studio, um ihr erstes Album seit 13 Jahren aufzunehmen. Das „NOW“ als Titel ist eine Ansage, die sie schon mit den ersten Singles locker einlösten. Da klang nix angestaubt oder allzu nostalgisch. Mit der neuen Single „1995“ ist ihnen nun gar das Kunststück gelungen, lebhaft und modern zu klingen – und trotzdem eine Hymne auf die Vergangenheit zu singen. Es beginnt mit einer Ansage eines Senders in Boston, bevor dann Kai Wingenfelder zu fetten U2-Gitarren und classy Streichern Zeilen wie diese singt: „Good god, the years are passing by! Good god, I can’t believe that I / would want to ever live / my life like back in 1995.“ Fury gehen die Nostalgie, die natürlich bei so einem Comeback mitschwingt, also entwaffnend offensiv an. Auch das Video dazu zeigt viele euphorische Bilder von ihrer US-Tour in diesem Jahr, in dem ihr „The Hearing And The Sense Of Balance“ erschien und den Erfolg des Vorgängers „Mono“ weiterführte. Dass die Band in dieser Hochphase allerdings auch mal an ihre Grenzen kam, hört man „1995“ ebenfalls an, wenn Wingenfelder singt: „Thank god we survived!“ Auch wir danken dafür …

Official Video